Der Regen als Leitmotiv − aus dem Tagebuch eines im wahrsten Sinne einzigartigen und unvergesslichen Schüleraustausches
Freitag, 16.1.2026
Früh am Morgen machten sich 11 Schülerinnen und Schüler des Französisch-Leistungs- und Grundkurses der MSS 11 zusammen mit Frau Briem und Herrn Schächter auf den Weg nach Narbonne, das in der Region Occitanie im Südwesten Frankreichs unweit der Pyrenäen liegt. Zunächst ging es vom Bahnhof Wissembourg in Richtung Strasbourg. Wie man es oftmals kennt von der Deutschen Bahn kennt, hatten wir eine ganze Stunde Verspätung in Richtung Marseille.
Wir liesen uns nicht die Stimmung vermiesen und Laura unterhielt die Bahnhofsvorhalle bravourös mit grandiosem Gesang:
Gegen 10 Uhr ging es schließlich auf direktem Wege in Richtung Marseille weiter, wo man den Anschlusszug sowie das schöne Wetter Südfrankreichs leider nicht erreichte und schließlich erst um 20 Uhr in Narbonne ankam, wo wir von unseren Gastschülern mit freundlichen Willkommensschildern begrüßt wurden.
Am Samstag trafen sich nachmittags alle französischen und deutschen Schüler gemeinsam in einem kleinen Café, in dem man sich ein wenig kennenlernte und gemeinsam eine lustige Zeit verbrachte; leider hatte uns das Wetter einen dicken Strich durch unsere geplanten Outdoor-Aktivitäten gemacht. Abends ging es dann wieder zurück zu den Gastfamilien, die allesamt sehr sympathisch waren und extrem zuvorkommend, an dieser Stelle schon einmal merci beaucoup ! für die herzliche Aufnahme.
Sonntag, 18.1.2026
Am Sonntag ging es mit den sinnflutartigen Regenfällen gnadenlos weiter. Eigentlich stand heute auf dem Plan, nach Rosas, ein schöner Strandort in Spanien, zu fahren.
Naja, Strandurlaub am Meer war eh nicht geplant, dennoch wollten wir eine schöne Stadt erkunden und son wie es Murphy’s Gesetz will, platzten uns nach ca. 5 Minuten zwei Reifen, also hieß es wieder zurück nach Narbonne. Da wir als Gruppe jedoch unbedingt etwas unternehmen wollten, entschieden wir uns Laser-Tag spielen zu gehen. Wir traten in zwei Partien gegen die französischen Schüler an – das Ergebnis würde ich nur ungern Preis geben, ich sag es mal so: Es hätte besser laufen können…
Abends klingelte dann ständig das Handy und wir erfuhren, dass der Regen so eine hohe Gefahr ausstrahlt, dass am Montag die Schulen geschlossen bleiben würden, somit fiel unser geplantes Programm unteranderem die Besichtigung Narbonnes, sprichwörtlich ins Wasser…
Montag , 19.1.2026 :
Morgens war die Freude noch relativ groß, als wir deutlich länger im Land der Träume als üblich an einem Montag verbringen konnten, dennoch sickerten durch die Nachrichten Informationen zu dem höchst selten auftretenden Hochwasser und der Flutgefahr durch. Normalerweise regnet es in der Region in 3 Jahren maximal an 5 Tagen und hier hat es 1 Woche durchgeregnet!. Die Präfektur rief die Vigilance orange, die zweithöchste Katastrophenwarnstufe aus. In den Nachrichten wurde dazu aufgerufen, sein Haus aufgrund des Hochwassers nicht zu verlassen und in Narbonne mussten die Erdgeschoss-Bewohner von 2 Stadtteilen vorsorglich evakuiert werden. Abends erhielten wir dann wieder mal die Nachricht, dass morgen schulfrei sei; wobei aber auch sämtliche kulturelle Institutionen und Sportstätten geschlossen blieben.
Dienstag , 20.1.2026 :
Das Wetter veränderte sich jedoch nicht wirklich stark. Glücklicherweise hatten Herr Schächter und Frau Briem ein Ersatzprogramm zusammengestellt. Wir fuhren mit dem Zug in die mittelalterliche Stadt Béziers, der Geburtsstadt des französischen Widerstandskämpfers Jean Moulin und hielten die wichtigsten Sehenswürdigkeiten fotographisch fest. Nach dem Besuch der in gotischem Stil erbauten Kathedrale durften wir die Stadt auf eigene Faust erkunden „aber ihr missen zu dritt säi“ schärfte uns Herr Schächter ein. Schließlich entschieden wir uns, noch eine Runde Bowling zu spielen, in den die Lehrer natürlich (nicht) geschummelt haben. Abends wurde dann in den Gastfamilien wie immer genüsslich zu Abend gegessen und der eine oder andere fieberte noch mit den französischen Teams der Fußball-Champions-League mit.
Mittwoch , 21.1.2026 :
Nun hieß es mitten in der Woche ab in die Schule , der erste Schultag dieser Woche.
Persönlich finde ich die Schule in Frankreich relativ außergewöhnlich: Vor dem Schultor wird man von einer Aufsichtsperson erwartet und muss immer seine Zugangsberechtigung vorzeigen, ohne die kein Zutritt zum Schulgelände gewährt wird. Ab Unterrichtsbeginn bleiben die Tore und die Türen geschlossen.
Nach erfolgreicher Projektarbeit sowie Präsentationen zu unserem Thema: „80 Jahre danach – 80 après: Regards croisés sur la Résistance française et le Widerstand allemand“ und einem sehr guten Kantinenessen ging es nachmittags zusammen mit den französischen Austauschpartnern mit dem Bus in die mittelalterliche Festungsstadt Carcassonne. In Carcassonne erhielten wir eine Führung –en français naturellement – durch die beindruckende mittelalterliche Festungsanlage und das Schloss. Auch wenn ein eisiger Wind durch die Altstadt fegte, war die Cité, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, auf jeden Fall einen Besuch wert !
Donnerstag , 22.1.2026 :
Am letzten Tag unseres Austausches fuhren wir programmgemäß in die Großstadt Montpellier zu fahren. Dort haben wir mit der französischen Lehrerin und unseren beiden Lehrern das Heidelberg-Haus besucht. Nun stellt sich verständlicherweise die Frage: Wieso ein Heidelberg-Haus in Montpellier?
Die Frage lässt sich schlicht und einfach beantworten : Montpellier ist die Partnerstadt von Heidelberg.
Im Inneren dieses prächtigen hôtel particulier bekamen wir von zwei jungen Praktikantinnen, die ein deutsch-französisches FSJ ableisten, Informationen zu dem Elysée-Vertrag, der just an diesem Tag vor 63 Jahren von Charles de Gaulle und Konrad Adenauer unterzeichnet worden war.. Nach einer kleinen Präsentation führten wir ein kleines Quiz zu diesem besonderen Dokument durch. An dieser Stelle sagen wir vielen Dank an das Heidelberg-Haus in Montpellier für die tolle Veranstaltung.
Danach wurde in bekannten „mindestens Dreiergruppen“ Montpellier erkundet, ehe man das Musée Fabre besuchte. Dieses bereits 1828 gegründete Museum zählt zu den bedeutsamsten Kunstmuseen Frankeichs u. Das Museum beherbergt Kunstwerke aus allen Epochen und ist in zwei große Bereiche aufgeteilt, nämlich in Gemälde und Skulpturen sowie Kunsthandwerk und dekorative Künste. Es ist ein sehr schönes, großes Museum, auch hier gilt: Wer nicht da war, sollte es irgendwann einmal besuchen. Nach dem Rundgang bekamen wir nochmal Freizeit in der Innenstadt, die man sinnvoll mit letzten Einkäufen für die Rückfahrt nutzte, leider regnete es auch hier ohne Unterlass… Den Abend verbrachten wir in unseren Gastfamilien bzw. im Internat.
Freitag , 23.1.2026 :
Wir trafen uns um 7 Uhr am Bahnhof in Narbonne, um gemeinsam den Rückweg anzutreten. Nach einer überaus herzlichen Verabschiedung durch die Gastfamilien, fuhren wir dieses Mal statt über Marseille über Paris, die Stadt der Liebe (oder auch Stadt der unfreundlichen Metro-Benutzer¸ für nähere Details bitte an den Verfasser wenden). Die Zugfahrt verging wie im Fluge, obwohl der Hochgeschwindigkeitszug TGV Zug einmal mehr mit einer Stunde Verspätung in Paris eintraf, den Anschlusszug nach Strasbourg erreichten wir noch in letzter Minute und kamen schließlich pünktlich wieder in Wissembourg an −
Zusammenfassend lässt sich sagen: Ende gut, alles gut !
Obwohl die „région du soleil“ zur „région de la pluie“ wurde, haben wir uns in diesem einwöchigen Austausch sprachlich und interkulturell weiterentwickelt und wunderschöne Städte sowie Sehenswürdigkeiten Südfrankreichs gesehen. Wir waren in den Gastfamilien super aufgehoben und freuen uns sehr über deren Angebot, jederzeit außerhalb des schulischen Rahmens wiederkommen zu dürfen.
An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich für den ERASMUS+-Zuschuss und sagen vielen lieben Dank für den tollen Austausch trotz den Umständen, die es so noch NIE gab und trotzdem gut gemeistert wurden − Monsieur Schächter, Madame Briem, châpeau !
Fabian Nagler (MSS 11)
Eindrücke vom direkten Gegenbesuch eine Woche später:
Abwechselnd erläuterten die deutschen SchülerInnen den französischen Schülerinnen und Schüler den Kontext der französischen Résistance und stellten drei herausragende Vertreter des französischen Widerstandes präsentiert hatten, stellten ihrerseits die französischen Schülerinnen und Schüler den deutschen Widerstand vor. In gemischten deutsch-französische Gruppen wurden Podcasts erstellt, der jeweils von einem Muttersprachler aufgenommen wurde und über zwei QR-Codes auf den Plakaten abrufbar ist. Die Plakate wurden im Foyer ausgestellt.
Gemeinsamer Besuch im Europaparlament mit Führung in französischer Sprache.





















Sehr geehrte Eltern und Sorgeberechtigte,











