„Schrödingers Katze“- Fachübergreifendes Unterrichtsprojekt Physik und Religion in MSS 13

Physik und Religion – Wie geht das zusammen? – So denken bestimmt viele. Steht doch das eine Fach (Physik) für objektive, jederzeit wiederholbare Aussagen, das andere eher für das Gegenteil (Religion).

Umso spannender ist es, die Verbindungen aufzuzeigen. Wer die Philosophen des 20. Jahrhunderts durchgeht, dem fällt dabei die große Anzahl an Physikern auf, die sich mit philosophischen Fragestellungen beschäftigt haben: Carl Friedrich von Weizsäcker, Werner Heisenberg, Erwin Schrödinger, Albert Einstein …

Der Ausgangspunkt aller genannten Physiker war die Entwicklung der Quantenmechanik, die die bis dahin manifestierte Grenze zwischen Naturwissenschaft und Religion erschüttert hat: Kausalität, Determinismus, Objektivität galten nun in der Physik nicht mehr mit der bis dahin unumstößlichen Gewissheit.

Der fachübergreifende Unterricht hatte das Ziel, sich der eigenen Denkstrukturen bewusst zu werden, die in der Regel immer nach einer Ursache, einem Grund, einer Begründung fragen.

In der Vorbereitungsphase wurde jeweils in einer Doppelstunde zum einen den Schüler:innen der beiden Leistungskurse Physik die Entwicklung der Weltbilder vom altorientalischen bis hin zum aufklärerischen Weltbild vorgestellt. Zum anderen konnten diejenigen, die in der Oberstufe kein Physik gewählt haben, mit dem Leistungskurs Physik die notwendigen physikalischen Grundlagen klären.

In den gemeinsamen fachübergreifenden Unterrichtsstunden wurde zunächst das Gedankenexperiment von Schrödingers Katze in einem szenischen Anspiel vorgestellt, das zwei Schüler des Physik-LKs vorbereitet hatten. Dieses Gedankenexperiment sollte dann in arbeitsteiligen Gruppen aus Sicht je eines bestimmten Weltbildes oder eines der physikalischen Ansätze des 20. Jahrhunderts interpretiert werden. Die Schüler:innen stellten einander die verschiedenen Deutungsmöglichkeiten vor und erkannten, wie abhängig die Interpretation eines Experimentes von der Perspektive ist, aus der man sich der Fragestellung nähert.  Im zweiten Teil des Unterrichtes sollten die Schüler:innen anhand von Puzzleteilen erklären, inwieweit unser modernes Weltbild von früheren Weltbildern und den neuen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen geprägt ist. Hierbei reflektierten die Schüler zum einen die weltanschaulichen Grundlagen unserer Gesellschaft und zum anderen das, was ihre eigene Weltanschauung prägt.