Buchkritik der Kl 13

Europa in der Schule: Warnung vor einem Buchpreis-Sieger oder Lektüretipp für die Weihnachtsferien?

Im Grundkurs 13 bei Frau Kliewer haben wir einen aktuellen Roman gelesen und rezensiert. Im Oktober 2018 kam mit „Die Hauptstadt“ von Robert Menasse das Preisträgerbuch für den „Deutschen Buchpreis“ aus dem Jahr 2017 als Taschenbuch heraus. Die Ergebnisse der Beurteilungen im Kurs fielen sehr unterschiedlich aus. Hier finden sich zwei anonyme und völlig konträre Buchkritiken:

Bloß nicht!

Wir haben uns als Grundkurs Deutsch gemeinsam dafür entschieden, anstelle von älterer Literatur wie z.B. Büchern von Goethe „Die Hauptstadt“ von Robert Menasse zu lesen. Das stellte sich jedoch als weniger positive Entscheidung heraus. Der Roman handelt von der Protagonistin Fenia Xenopoulou, die zur Direktorin in der Europäischen Kommission für Kultur befördert wird. Deshalb will sie den 60. Jahrestag der Gründung der Kommission besonders feiern. Generell gibt es viele verschiedene Charaktere, die durch die EU verbunden werden, aber alle unterschiedliche Ziele haben. Martin Susmann will bei der Feier zum Beispiel Auschwitz in den Mittelpunkt stellen, indem er einen Auschwitz-Überlebenden sucht, um diesen zu seinen Erlebnissen zu befragen. Professor Erhart aber will Auschwitz gar zur neuen Hauptstadt der EU machen.

Menasse verwendet in seinem Roman eine verständliche Sprache. Dadurch wird es aber nicht einfacher, denn das, was den Roman so kompliziert macht, ist nicht die Sprache, sondern der Inhalt. Menasse erwähnt viel zu viele Personen, die keinen Zusammenhang haben und durch den ständigen Perspektivenwechsel hat man als Leser keine Chance, in den Roman hineinzufinden, denn dann, wenn man gerade dabei ist, eine Person genauer kennenzulernen, springt der Autor schon wieder zur nächsten. Außerdem bietet der Roman keinen Unterhaltungsfaktor, da es immer nur um die EU-Bürokratie in Brüssel geht, die zudem noch überspitzt dargestellt wird. Denn die Beamten werden nur als Einzelkämpfer dargestellt, wie z.B. Fenia, die nur an sich und an ihre Beförderung denkt. Dadurch stellt Menasse auch die Realität negativ dar.

Sein schlechter Humor über Auschwitz trägt auch dazu bei, dass der Roman den Leser nicht unterhält. Außerdem könnte man ihn fast als Sachbuch über die EU bezeichnen, da diese der Hauptbestandteil der ganzen Geschichte ist. Zusätzlich bräuchte man wahrscheinlich mehr Vorwissen über das System der Politik in Brüssel, um den Inhalt besser nachvollziehen zu können.

Meiner Meinung nach hat es sich nicht gelohnt, die 459 Seiten des Romans zu lesen und dafür 12 Euro auszugeben, da es weder spannend noch interessant war. Das einzig Interessante an dem Buh war der Kriminalfall von Emile Brunfaut, aber selbst das ändert meine Meinung nicht und frage mich immer noch, wie dieses Buch den Deutschen Buchpreis gewinnen konnte.

Menasse, Robert: Die Hauptstadt. Frankfurt/Main: Suhrkamp 2018, 459 Seiten, 12 €

(NN)

Robert Menasse schafft es ganz Europa in einem Roman zu komprimieren

Der Kauf von Robert Menasses Roman „Die Hauptstadt“ (2017) ist nicht lohnenswert, wenn man mit der Erwartung eines spannenden Romans, etwa für die Ferien zu kaufen, die Buchhandlung betritt. Viel eher dient die Lektüre der politischen Weiterbildung, verpackt in eine (Kriminal-) Geschichte. Menasse schafft es, auf ironische Art und Weise das aktuelle Europa mit seinen elendlangen Bürokratiesitzungen und den halb-kompetenten Beamten auf die Schippe zu nehmen, aber zugleich die europäische Grundidee nicht untergehen zu lassen.

Der Roman spielt hauptsächlich in Brüssel rund um den Alltag und die Abläufe der Abgeordneten und Kommissare und handelt in erster Linie von dem bizarren Versuch, das Image der unbedeutenden Kulturkommissionsabteilung aufzupolieren. Dabei stellt er die menschliche Seite und die Machtkämpfe unter den Beamten dar. Eine Feier in Auschwitz soll das Zeichen für überwundene Grenzen darstellen und daran erinnern, dass die EU aus den Schrecken des Dritten Reiches entstanden war. Sinnbildlich für die heutige EU wird dieser Vorschlag nach allen Mühen am Ende dann doch relativ humorlos von den Spitzenbeamten des Europäischen Rates aufgrund eigener Nationalinteressen zunichte gemacht. Daneben gibt es noch einen immer dementer werdenden Holocaustüberlebenden, der eigentlich als Stargast der geplanten Jubiläumsfeier eingeplant war, und zwei Brüder, der eine Fleischindustrie-Lobbyist, der andere EU-Beamter, auch in der Kulturabteilung. Sehr kunstvoll wurde das Ganze in einen Krimi eingebettet, angefangen von einem Auftragsmord und der Flucht des Mörders durch ganz Europa bis zu einem Kommissar, der aus politischen Gründen, auf Befehl von oberster Stelle, diesen Mord auf sich beruhen lassen muss. Als verbindendes Element benutzt Menasse seine Universalmetapher des Schweins, das ja für alles stehen kann – „von der Drecksau bis zum Glücksschwein“, wie er selbst mal sagte.

Dabei erscheinen die verschiedenen Handlungsstränge der verschiedenen Figuren mit wenig bis kaum Verbindungen (zumindest auf den ersten Blick“) doch sehr verworren. Eine Parabel für die Strukturen der aktuellen EU-Politik?

Nun könnte man denken, des handle sich um eine Satire auf Kosten der EU, geschrieben von einem Gegner dieses Systems. Informiert man sich aber genauer über Menasse, so erfährt man von einem glühenden Befürworter der gemeinschaftlichen, europäischen Grundidee. Um ihn und damit auch den Roman zu verstehen, muss man differenzieren, was er kritisiert. Seine Kritik geht keineswegs gegen die EU an sich, sondern gegen das, was daraus geworden ist. Er bemängelt die nationalistisch denkenden Beamten, welche der EU schaden. Menasse fordert indirekt (über den Roman) ein Umdenken, weg von eigenen Interessen, hin zu einem staatsunabhängigen, europäischen Zugehörigkeitsgefühl. Als Idee hierfür entwickelt er im Roman mit Hilfe einer seiner Figuren die Idee einer neuen europäischen Hauptstadt in Auschwitz. Natürlich etwas überspannt, aber im Grunde entspricht diese Vorstellung seiner Idee einer starken europäischen Gemeinschaft auf Grundlage der Geschichte Europas.

Robert Menasse schreibt sehr elegant, insbesondere im Hinblick auf die Verschachtelung der verschiedenen Personen und der Message zwischen den Zeilen, der politischen Aussage. Ist das also kein Roman, sondern ein Manifest? Ich denke nicht, da im Vordergrund immer noch eine fiktive Geschichte steht. Jedoch ist auch von der Hand zu weisen, was er meint. Das Werk ist in der Tat kein Text, der nur zur Unterhaltung dient, sondern eine höchst interessante Mischung aus Fiktion und realer Recherche, denn immerhin hat sich Menasse für den Roman auf den Weg nach Brüssel gemacht und sich dort sogar eine Wohnung genommen. Gefallen haben mir besonders die treffenden, knackigen Formulierungen wie die zur Bedeutung des Kulturressorts: „Wenn die Kommissarin für Fischfang während einer Sitzung der Kommission auf die Toilette musste, wurde die Diskussion unterbrochen. […] Aber wenn die Kulturkommission rausmusste, wurde weiterverhandelt, ja es fiel gar nicht auf, ob sie am Verhandlungstisch oder auf der Toilette saß.“

Aber auch die relativ einfache Sprache, ohne Fachjargon und lange Sätze ist einleuchtend. Jeder kann und sollte das Buch lesen und sich dabei und vor allem danach, seine eigenen Gedanken um die aktuelle Situation des Konflikts zwischen nationalstaatlichen Interessen und groß-europäischen Lösungen machen. Dieser Punkt hat mich am meisten begeistert: Es handelt sich nicht um einen „normalen Roman“, bei dem man wissen will, wie es weitergeht, sondern während des Lesens wird man ständig angeregt, sich Gedanken über brandaktuelle Themen zu machen. Noch nie zuvor ist mir ein solches Buch in die Hände gekommen. Ich finde es beeindruckend, wie Menasse es schafft, die EU mit all ihren Problemen und Interessenkonflikten in einen Roman zu gießen. Ihm gelingt der Spagat zwischen den Nationen, Zeiten und Menschen. Aufgrund der aktuellen Relevanz der europäischen Frage empfehle ich den Roman insbesondere den jungen Lesern, die mit der EU aufgewachsen sind und die nicht wissen, was wir an ihr haben. Um die komplexe Maschinerie der EU zu verstehen, unter der Beachtung, dass es sich immer noch um einen Roman handelt, der zum eigenen Denken anregt und um ein erklärendes Sachbuch.

(NN)

Romeo und Julia Projekt der 9A

„Romeo und Julia“ – das berühmteste Liebespaar der Welt

Dolch Romeo

In einem eTwinning-Projekt gemeinsam mit polnischen Partnern von der Schule für begabte Schüler im Bereich Kunst aus Rzeszów nimmt aktuell die Klasse 9a an einem Projekt zum Thema „Romeo und Julia“ teil. Die Klasse hatte in der ersten Novemberwoche Besuch vom „Polenmobil“, um sich über das Land ihrer Partner zu informieren. Am 24.11. fuhr sie nach Wissembourg, um sich dort eine französischsprachige Aufführung des Stücks anzusehen, zu dem auch Kritiken in französischer Sprache geschrieben werden. Schließlich werden die Schüler in Tandems gemeinsam mit den polnischen Partnern Plakate erstellen: Die Deutschen übernehmen die Textteile, die Polen die Bilder.

Hier findet sich zunächst ein Bericht zum Besuch des Polenmobils und dann eine Theaterkritik zu der Aufführung in Wissembourg.

Das Polenmobil an unserer Schule

polenmobil

Das Polenmobil wird organisiert vom Deutschen Poleninstitut. Die Mitarbeiter fahren zu verschiedenen Schulen in Deutschland, um dort den deutschen Schülern Polen näherzubringen, sie für die Sprache zu interessieren näherbringen und Vorurteile zu klären.

Zu uns in die Klasse kamen zwei Frauen, eine aus Deutschland und die andere aus Polen. Am Anfang haben sie sich auf Deutsch und Polnisch vorgestellt und gefragt, ob wir denn etwas verstanden hätten und ob jemand ein wenig Polnisch sprechen würde. Zuerst waren alle ein bisschen ruhig, doch nach ein paar Minuten fingen die ersten an etwas zu sagen und später haben alle sich getraut. Die beiden hatten uns eine große Landkarte von Deutschland und Polen hingelegt. Sie wollten uns damit zeigen, dass die zwei Länder sehr ähnlich sind,

z.B. dass die Hauptstadt im Osten ist. Dann haben sie uns ein paar Sätze sprechen lassen, die wir dann auch praktisch anwenden sollten. Das war wie ein kleiner Dialog. „Hallo, wie geht es dir?“ „Mir geht es gut.“ Danach haben wir ein Spiel gespielt. Wir saßen in einem Stuhlkreis und immer eine Person musste eine Frage auf Polnisch stellen und die angesprochene Person musste antworten. Je nachdem, wie die Person geantwortet hat, mussten die Personen neben ihr oder alle eine Aktion durchführen. Zum Beispiel alle müssen sich einen neuen Platz suchen oder die zwei Personen neben der angesprochenen Person müssen die Plätze tauschen. Dann sollten wir auf Zettel schreiben, welche Fragen wir noch zu Polen haben. Dort wurden wir z.B. über Vorurteile aufgeklärt oder über Polen informiert. Die häufigste Frage war woher das Vorurteil kommen würde, dass Polen klauen. Die zwei Frauen haben uns dann erklärt, dass es früher wirklich so war, da Polen ein armes Land war. Doch dieses Vorurteil ist schon lange Geschichte. Es wurden auch allgemeinere Fragen gestellt über das Land Polen bzw. seine Städte. Sie haben uns all unsere Fragen gut beantwortet. Ich denke jeder konnte noch viel über unser Nachbarland lernen. Dann haben sie uns noch eine Präsentation über schöne polnische Städte gezeigt und uns ein bisschen zu der Geschichte der Städte erzählt. Zum Abschluss haben wir uns polnische Lieder angehört und mussten sie zu den Sängern und Titeln zuordnen.

Mein Fazit zu dem Tag ist, dass es eigentlich ganz interessant ist, mal über unseren „Nachbarn“ mehr zu erfahren. Die zwei Frauen konnten sehr gut erklären und uns alle Fragen beantworten. Ich finde auch die Idee des Polenmobils sehr gut, da viele Leute gar nicht viel über Polen wissen.

Leo Schleuning (9a)

Theaterkritik „Romeo und Julia“

Am 13. November 2018 haben wir, die Klasse 9a, das ‚Relais Culturel‘ in Weißenburg, besucht. Dort haben wir das berühmte Stück „Romeo und Julia“ mit unseren Lehrern angesehen. Das ist ein Liebesdrama, geschrieben von William Shakespeare. Das Stück handelt von zwei Jugendlichen, Romeo und Julia, deren Liebe verboten ist, da ihre Familien verfeindet sind.

Ehrlich gesagt mochte ich die Aufführung nicht besonders, die Geschichte wurde sehr modern erzählt, was mir, um ganz offen zu sein, nicht sehr zugesagt hat. Ich habe nicht erwartet, dass das Stück so modern gestaltet ist, sondern hatte eher an etwas Traditionelles gedacht. Dennoch gab es auch Dinge die mir daran gefallen haben.

Ich mochte die Bühnengestaltung, die einfach war, aber das Licht war gut eingesetzt und hat einzelne Szenen besonders betont oder manchmal war es eher unauffällig, sodass man nicht sehr darauf geachtet hat, aber es hat die Szenen doch dezent unterstrichen. Es gab keine erhobene Bühne wie meist im Theater, wodurch man das Gefühl hatte, mitten in der Handlung zu sein. Auch fand ich die Schauspieler in ihren Rollen durchaus überzeugend. Zum Teil war es etwas verwirrend, dass fast jeder der Schauspieler, vermutlich aus Mangel an Darstellern, zwei oder mehr Rollen spielte. Leider wurde nicht näher auf einzelne Figuren eingegangen, sodass man selbst am Ende der Vorführung nur ein oberflächliches Bild von ihnen hatte. Man hätte die Nebenfiguren in den Situationen Kommentare wie „Jetzt ist er schon wieder verliebt.“ oder Ähnliches sagen lassen können, was besagte Figur besser beschrieben hätte, wenn diese sich häufig verliebt. So hätte man eine indirekte Charakterisierung erzielen können. Ich mochte die Art der Musik. Es war interessant, wie eine Person mit wenigen Instrumenten dennoch eine so große Auswirkung auf die Atmosphäre hatte. Hauptsächlich wurden Töne im Hintergrund und anderes durch ein Schlagzeug betont oder erzeugt. Auch die Kostüme und Requisiten waren recht einfach gemacht. Es gab eine begrenzte Anzahl an Requisiten, die für jede Szene gleich waren, aber jedes Mal anders eingesetzt wurden. Sie passten meiner Meinung nach gut in die Gesamtgestaltung. Als Kostüme hatten die Schauspieler nichts Besonderes, hauptsächlich Kleidung, die man auch heutzutage noch trägt, es gab aber auch verschiedene Anspielungen bei den Kleidungsstücken, die auf den Entstehungszeitpunkt des Stücks schließen ließen. Zusätzlich waren die Schauspieler nicht stark geschminkt, was, wie ich finde, jedoch auch nicht nötig war.

Mir persönlich hat das Stück aufgrund verschiedener weiterer äußerer Faktoren nicht so sehr gefallen: zum Beispiel der Uhrzeit, zu der wir das Stück angesehen haben und zu der man sich nicht mehr so gut konzentrieren konnte, weil es sich sehr gezogen hat, da es keine Pause gab und da einige Theaterbesucher sich die ganze Zeit miteinander unterhielten, laut waren und sogar Fotos mit Blitz machten. Es war dennoch eine interessante Erfahrung ein bekanntes Stück in einer Fremdsprache zu erleben.

Jasmina Westermann (9a)

ERASMUS: Leben auf der Flucht

Ausstellung Erasmus

Wie flüchtet man aus Syrien, aus Somalia, aus Afghanistan nach Deutschland? Wie lebt man als „Flüchtling“ in Westdeutschland, wenn man aus Russland oder aus der ehemaligen DDR kam? Das haben Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums im Alfred-Grosser-Schulzentrum Frauen und Männer aus diesen Ländern gefragt. Sie haben die Lebenswege auf Plakaten dokumentiert, die alle Interessierten in einer kostenlosen Ausstellung im Schloss Bad Bergzabern besichtigen können. Außerdem sind ihre künstlerischen Arbeiten zu diesen Interviews zu sehen.

Die Ausstellung wird am Mittwoch, dem 5. September um 16 Uhr eröffnet und ist dann noch bis zum 21. September in den Räumen des Bürgerbüros der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen (montags und mittwochs, 8-14 Uhr, dienstags und donnerstags 8 bis 18 Uhr und freitags von 7:30 Uhr bis 13 Uhr).

Die Ausstellung ist Teil des internationalen Jugendaustauschs „Erasmus“, der von der EU gefördert wird und in dessen Rahmen sich Jugendliche aus Polen, Litauen, Italien und Deutschland zwei Jahre lang mit der Frage beschäftigen: „Für und wider die Willkommenskultur in Europa. Warum gehen unsere Länder so unterschiedlich mit den Flüchtlingen um?“

Jede und jeder der Geflüchteten hat völlig andere Geschichten zu erzählen: Die eine Familie kam mit dem Flugzeug, andere mussten das Boot benutzen; manche helfen mittlerweile selbst bei der Integration; viele haben typisches Essen aus ihrer Heimat vorgestellt und uns von wunderbaren Helferinnen und Helfern berichtet, manche haben aber auch erzählt, dass sie zwischen allen Stühlen sitzen. Kommt vorbei und macht euch selbst ein Bild!

Weitere Informationen gibt es auf unserer ERASMUS-Seite.


 

Feuer und Flamme für Europa


Nach einer kurzen Ansprache durch den Schulleiter, Pete Allmann, eröffnete die Preisträgerin im Wettbewerb „Jugend musiziert“, Evita Schlender, zunächst mit einem Solostück für Mandoline den sommerlichen Reigen aus politischem Gespräch und Theaterspiel.

Birgit Collin Langen

Die EU-Parlamentarierin Birgit Collin-Langen, der Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten) zugehörig, hatte nach einem Jahr erneut den Weg nach Bad Bergzabern gefunden, um dort den Schülern beider Schulen Rede und Antwort zu stehen. Die Fragen kreisten um die aktuell recht schwierige Situation des Umgangs mit Flüchtlingen in Europa ebenso wie um die nach mehr europäischer Verantwortung in der Verteidigungspolitik. Collin-Langen überzeugte dabei durch ihr klares „Ja“ zu Europa, welches sie sowohl gegen Versuche von außen – etwa der USA oder Russlands – die die EU zu schwächen versuchten, verteidigte, wie auch gegen von innen kommende nationale Alleingänge, z.B. in der Flüchtlingspolitik. Das lockere, aber zugleich sehr intensive Gespräch wurde durch zwei Sonatensätze für Mandoline und Cello, mit hörbarer Spielfreude vorgetragen von Evita Schlender (Mandoline) und Timon Baral (Cello), in Wohlklang abgerundet.

Evita Timon

Im Rahmen der Europatage Anfang Mai hatten Europa-JuniorbotschafterInnen beider Schulen zunächst ein Gespräch mit dem Zeitzeugen Matthias Heister geführt, um sich von ihm aus erster Hand über die Geschehnisse im August 1950 zu informieren. Im Anschluss begleitete Heister die jungen Südpfälzer auch an den „Tatort“ am Germanshof, um ihnen dort symbolisch den Schlüssel für die geplante Jugendbegegnungsstätte im alten Zollhaus zu übergeben.

Germanshof Zollhaus

Nach einer nächtlichen Belagerung in Zelten wurde an den beiden Folgetagen ein Theaterworkshop zu ausgewählten Szenen aus dem Theaterstück „Eine Nacht im August“ (Ben Hergl) unter der künstlerischen Leitung der Theaterpädagogin Dagmar Brade einstudiert, die nun von Almuth Fink-Rödel (Pamina-Gymnasium) begleitet zur Aufführung kam.
Das Stück bringt die politische Aktion von über 300 jungen Menschen aus ganz Europa auf die Bühne, die am 6. August 1950 an der deutsch-französischen Grenze in Germanshof bei Wissembourg gemeinsam den Grenzbaum niederrissen, um für ein vereintes Europa einzutreten.

Feuer und Flamme

Im Theaterstück – wie auch in der Geschichte – kommen die jungen Leute aus verschiedenen Ländern, vor allem aber aus Frankreich und Deutschland. Ihr Plan: Die junge Studentin Martine soll den Zöllner u.a. durch eine Überdosis Parfum ablenken, um dann die Grenze zu überwinden. Alles kommt jedoch anders. Im allgemeinen Durcheinander ergreifen die Studenten die Waffen der Zöllner, sperren diese gemeinsam im französischen Zollhaus ein und sind zunächst erschrocken über ihr Tun. Sie wollten doch friedlich bleiben. Daher legen sie die Waffen beiseite und geben sich dem Siegestaumel über den niedergerissenen Grenzpfosten, der auf dem „Scheiterhaufen der Nationalstaaten“ verbrannt wird, bei Wein und Gesang hin. Und während die jungen Stürmer ihren Träumen nachgehen, kommen auch die beiden Zöllner, die bis dahin ihre jeweils „landestypischen“ Vorurteile auf amüsante Weise austauschten, miteinander ins Gespräch und werden am Ende gar Freunde. Das Stück führt humorvoll vor Augen, dass die deutsch-französische Freundschaft im Kleinen anfing, dass Grenzen überwunden werden mussten und dass dazu auch Mut gehörte.

Zöllner Träumende

BEI, 18.06.2018

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Fahrt nach Vilnius

Wir flogen Samstagabend von Frankfurt nach Vilnius. Die Gastfamilien holten uns vom Flughafen ab und wir verbrachten den späten Abend sowie den nächsten Vormittag gemeinsam mit unseren Gastfamilien. Sonntagmittag besuchten wir gemeinsam das Staatserkundungszentrum. Anschließend bekamen wir eine Führung durch Vilnius, die von litauischen Schülern auf Deutsch gehalten wurde.

Montagvormittag trafen wir uns um 9:00 Uhr zum ersten Mal in der Schule und die offizielle Eröffnungsfeier begann. Nach der Begrüßung durch den Schulleiter zeigten die litauischen Schüler ein tolles Festprogramm für ihre Gäste. Gleich darauf begannen wir auch schon mit unserer Arbeit. Jedes Land stellte kurz die Ergebnisse ihrer bisherigen Arbeit vor. Daraufhin bekamen wir die Aufgabe, gemeinsam in Gruppen über Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Ländern zu reflektieren und diese dann auf eTwinning einstellen. Den zweiten Teil des Tages verbrachten wir ab 15:30 Uhr in einem jüdischen Museum in Vilnius. Hierbei ging es um eine sehr persönliche Ausstellung, da sie von überlebenden Juden selbst gestaltet worden war. Wir erhielten dort eine Führung auf Deutsch. Damit neigte sich der Tag dem Ende zu und wir hatten ab 17:00 Uhr den Abend zur freien Verfügung.

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Am Dienstag trafen wir uns um 9:00 Uhr, um nach Trakai aufzubrechen. Trakai ist eine kleine Stadt 23 km von Vilnius entfernt. Erst besichtigten wir die Inselburg der Stadt. Später stand ein Kochkurs von typischem Essen (Kibinai) der Karaimen an. Die Karaimen (Karäer) sind ein Volk, das 1397 von Großfürst Vytautas von der Krim nach Litauen geholt wurde. Sie leben als Minderheit bis heute gut integriert in und um Trakai. Um 15:00 Uhr ging es zurück nach Vilnius. In der Schule bekamen wir noch eine Präsentation zu sogenannten Wolfskindern. Das sind Menschen, die als Kinder ohne Begleitung ihrer Eltern oder anderer Erwachsener am Ende des Zweiten Weltkriegs aus ihrer ostpreußischen Heimat in die baltischen Staaten geflüchtet sind. Es war insgesamt ein sehr spannender Tag auch wenn das Wetter nicht so gut war.
Vilnius 2

Am Mittwoch trafen wir uns um 9:00 Uhr in der Schule, um die Arbeit an den Lebensbildern vorzustellen. Danach arbeiteten wir in zwei Gruppen: Eine an einem digitalen Kochbuch mit Rezepten der befragten Flüchtlinge, die andere gestaltete künstlerisch den Weg eines Flüchtlings auf Stoff. Mit einer Besprechung von kreativen Ideen für Projekte, die im nächsten Jahr noch durchgeführt werden sollen, beendeten wir unseren Arbeitstag. Abends waren wir zu einem Klavierkonzert mit dem ukrainisch-kanadischen Pianisten Dmitri Levkovich eingeladen.
Auch am Donnerstag trafen wir uns um 9:00 Uhr in der Schule. Er wurde vollständig eingenommen von einem Workshop der Friedensakademie Rheinland-Pfalz (weitere Informationen unter: https://www.uni-koblenz-landau.de/de/friedensakademie), für welchen zwei Frauen von der Hochschule Landau angereist waren. Der Workshop bestand aus verschiedenen Übungen, welche uns praktisch näherbrachten, wie man sich ohne Sprache begegnen kann und wie man miteinander umgehen muss, um eine friedliche Atmosphäre zu schaffen. Zum Schluss folgte eine Reflexion über den Workshop mit der ganzen Gruppe und Feedback an die Referentinnen. Dabei äußerten sich die Schüler sehr positiv über die neuen Erfahrungen.

Vilnius 3Am Freitag trafen wir uns früher in der Schule und besuchten zwei litauische Unterrichtsstunden. Danach besuchte uns Eskedar Maštavičienė, eine sehr taffe und optimistische Frau, die vor 11 Jahren aus Äthiopien nach Litauen geflohen war. Sie erzählte uns aus ihrem Leben und beantwortete uns zahlreiche Fragen. Mittlerweile besitzt sie ein eigens Café, arbeitet als Übersetzerin und hilft in vielen Hilfsorganisationen mit. Um 12:15 Uhr begann dann eine spannende Debatte zum Thema „Sollen die EU-Flüchtlingsquoten erfüllt werden?“nach den Jugend debattiert-Regeln, denn sowohl die litauische wie auch unsere Schule, sind Jugend debattiert–Projektschulen. Nach dem Mittagessen begann die Abschlussfeier. Uns wurde eine Diashow mit Bildern der vergangenen Woche präsentiert und eine litauische Volkstanzgruppe brachte uns einige ihrer Tänze bei. Nach ein paar Abschiedsworten und letzten Fotos gingen alle Schüler zusammen auf einer Wiese am Fluss picknicken. Wir hatten einen schönen gemeinsamen letzten Abend, sozusagen, wie jetzt wohl die meisten sagen würden..

Insgesamt war es eine wunderschöne Woche mit viele neuen Begegnungen und Erfahrungen. Die ganze Gruppe verstand sich super und arbeitete immer gut mit. Es war zwar sehr viel Programm, aber es hat so viel Spaß gemacht, dass wir das meistens nicht gemerkt haben (- erst abends im Bett:). Vielen Dank für diese sowohl kulturell wertvolle, als auch einfach super coole Fahrt. Es war eine schöne Zeit, sozusagen.
AND, 5/18


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Platz 3 bei der Verleihung des deutschen eTwinning-Preises für das deutsch-französische Projekt „Scheibenhard trifft Scheibenhardt“!

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Projektbeschreibung der Veranstalter:

Nah beieinander und doch verschieden? Im Projekt »Scheibenhard trifft Scheibenhardt« nehmen zwei grenznahe Schulen aus Deutschland und Frankreich das Phänomen „Grenze“ in den Blick. Ziel ist es, gemeinsam sprachliche und kulturelle Barrieren zu überwinden. So reflektieren die Schülerinnen und Schüler hüwwe und drübbe persönliche Erfahrungen mit dem Nachbarn und vertiefen diese bei gegenseitigen Besuchen. Auf der Projektionsfläche des realen Grenzortes Scheibenhard(t), dessen Zerrissenheit noch heute spürbar ist, simulieren sie in internationalen Teams einen neuen gemeinsamen Ort, der Sinnbild deutsch-französischer Freundschaft ist und im TwinSpace belebt wird.

Die Jury meint:

»Das Projekt zeigt vorbildlich, wie reale und virtuelle Begegnungen Teil des Unter-richts werden können und wie die Lernenden durch den Einsatz der globalen Simula-tion motiviert wurden, die Fremdsprache zielgerichtet und authentisch einzusetzen. …«

Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung, die zeigt, wie eine gelungene Projekt-arbeit im deutsch-französischen Grenzgebiet aussieht. Die Schülerinnen und Schüler konnten ein Schuljahr lang mit ihren französischen Partnern über die Plattform eTwinning der Europäischen Kommission miteinander kommunizieren, sich bei drei Treffen besser kennenlernen und somit Clichés abbauen. Für alle war es eine neue Erfahrung, auf der einen Seite stand die Projektarbeit im Unterricht auf der anderen der direkte Kontakt zu unseren französischen Partnern.
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Genau dieser ist uns allen sehr wichtig, daher haben wir am Dienstagmorgen in Anwesenheit des Schulleiters des Collège Holderith in Lauterboug, M. Lacanal, die Plakette im Verwaltungsflur angebracht, die unserem Projekt für das deutsche Qualitätssiegel verliehen wurde. Beide Schulleiter sind sich einig, dass die deutsch-französische Freundschaft ein wichtiges Gut ist und gepflegt und ausgebaut werden muss.

Wir hoffen, dass es noch weitere erfolgreiche Projekte dieser Art geben wird und laden alle Schüler und Kollegen herzlich ein, den eTwinning-Gedanken weiter zu tra-gen!

Info:
eTwinning fördert Schulpartnerschaften in Europa durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Das Portal bietet Unterstützung, Werkzeuge und Diens-te. eTwinning stellt außerdem Angebote zur kostenlosen und kontinuierlichen Weiterbildung für Pädagogen bereit. eTwinning wurde 2005 als Hauptaktion des eLearning Programms der Europäischen Kommission gestartet und ist seit 2014 fest in Erasmus+, dem europäischen Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport, integriert. Die zentrale Koordinierungsstelle wird von European Schoolnet, einer internationalen Partnerschaft beste-hend aus 31 europäischen Ministerien für Bildung und Erziehung, betrieben, die Lernwerk-zeuge für Schulen, LehrerInnen und SchülerInnen in ganz Europa entwickelt. eTwinning wird zudem auf nationaler Ebene von 38 nationalen Koordinierungsstellen unterstützt.

ROL, 3/18

ERASMUS: Autorenlesung am Alfred-Grosser-Schulzentrum


„Die Lesung war für mich tatsächlich eine neue und wirklich interessante Erfahrung. Es herrschte durchweg eine angenehme, fast gemütliche Atmosphäre und die Diskussion am Ende regte dazu an, sich noch weiter mit dem Buch zu beschäftigen.“
(Charlotte, Schülerin)

Am Montag, den 19. Februar, hatte das Schulzentrum Alfred-Grosser in Bad Bergzabern die Ehre einer Lesung mit Erfolgsautor Bachtyar Ali. Neben den Schülern und Lehrern des Erasmus-Projekts, die Ali eingeladen hatten, nahmen auch die Deutschkurse von Frau Hust-Korspeter, Frau Kliewer und Herrn Müller an der Lesung teil sowie einige Schüler der Klasse 10c von Frau Beinghaus. In der schuleigenen Bibliothek stellte der kurdische Schriftsteller und Lyriker seinen kürzlich ins Deutsche übersetzten Roman „Der letzte Granatapfel“ einer versammelten Schüler- und Lehrergruppe vor.

Im irakischen Kurdistan aufgewachsen, zog Bachtyar Ali, vom diktatorischen Regime in Bedrängnis gebracht, vor mehr als 20 Jahren nach Deutschland, wo er heute in Köln wohnt. Sein erster Gedichtband „Gunah w Karnaval“ (Sünde und Karneval) erschien bereits 1992. Mit „Der letzte Granatapfel“, der 2016 als erster kurdisch-irakischer Roman in deutschen Bestenlisten erschien und für welchen sein Autor 2017 mit dem Nelly-Sachs-Preis ausgezeichnet wurde, gelang dem Autor der Durchbruch in der deutschsprachigen Literatur. Wort- und bildmächtig erzählt Bachtyar Ali über die Kriegsgruel, die sein Heimatland prägen, über die verlorene Generation, aber ebenso über Zusammenhalt und Kameradschaft und über Täter, die gleichzeitig Opfer inmitten eines von Gewalt und Hass gekennzeichneten Landes sind. Im Vordergrund steht hierbei die Figur des Muzafari Subhdam, der nach 21 Jahren aus der Isolationshaft in ein vom Krieg zerstörtes Land, in die vermeintliche Freiheit, entlassen wird. Verzweifelt begibt er sich auf die Suche nach seinem Sohn und trifft auf seiner Reise auf Personen, Geheimnisse und Erkenntnisse, die ihn nicht nur der Wahrheit über seinen Sohn Saryasi, sondern auch der wahren Bedeutungsschwere von dessen Schicksal näherbringt. Bachtyars Erzählweise ähnelt dabei der eines orientalischen Märchens, welches allerdings realitätsnah über wahrhaftige Konflikte und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft aufklärt.

Erasmus Ali 18

Nach einer vorangehenden Verortung sowie Vorstellung der Personenkonstellation des Romans durch die Deutschlehrerin Eleonore Beinghaus kam das Publikum in den Genuss zweier prägnanter Textpassagen, vorgelesen von Schülerin Jasmina von Fragstein und Lehrerin Annette Kliewer. Dem folgte eine abschließende Diskussions- und Fragerunde mit Bachtyar Ali. Wo man sich zunächst nur zaghaft zu äußern wagte, entwickelte sich bald ein reger Austausch über Sinn und Aussage der Geschichte.
Hierbei erläuterte der Autor leidenschaftlich seinen Versuch, das Weltbild des Lesers zu ändern, denn noch immer herrschten – auch und vor allem in seiner Heimatregion, als Konsequenz der blutige Geschichte – Rassismus und Nationalismus . Um die alte, kurdische Geschichte zu wahren, verwende er zudem Symbole aus der kurdischen Mythologie, wie den Granatapfel, welcher als Zeichen der Zusammengehörigkeit fungiere und für den Zusammenhalt der im Krieg aufwachsenden Generation stehe. Sein Hauptthema allerdings sei die Frage, was der Mensch nach solch einer Katastrophe, wie sie sich in der gesamten Region abspielt, noch retten könne. „Man muss versuchen zu retten, zu kämpfen.
 
Zuletzt ist man sich einig: Bachtyar Ali hat es geschafft, einen berührenden, außergewöhnlich poetischen Aufklärungsroman über die weitestgehend vergessenen Opfer eines nicht enden wollenden Konflikts zu schreiben.
Katalin Beer (MSS 11)/KLI 2/18

ERASMUS: Was bedeutet Auschwitz heute für Jugendliche?

Dieser Beitrag eignet sich sicher auch für den Einsatz im Unterricht – insbesondere vor dem Hintergrund einer aktuellen Debatte: In Rheinland-Pfalz fordert die Bildungsministerin, dass alle Schüler einmal in ihrer Schullaufbahn eine Gedenkstätte besuchen sollen. In unserer Schule gehört die Fahrt zum KZ Struthof in der 10. Klasse zum Schulprogramm.

Während der Fahrt der Erasmus-Gruppe nach Wadowice im November 2017 sind wir auch zum Konzentrationslager Auschwitz gefahren. Vier Schüler (Leila White, Timon Baral, Marc Philipp Kerstan und Luca Kuntz) haben dort Aufnahmen gemacht, die sie nachträglich zu einem Audio-Beitrag zusammengeschnitten haben. Unter der Anleitung von Herrn Vollstedt ist so ein spannender Beitrag zum Thema „Auschwitz heute“ entstanden, der am „Tag der Offenen Türen“ am 27.1.2018 erstmals aufgeführt wurde. (Der 27.1. ist gleichzeitig internationaler Holocaust-Gedenktag.)

 

KLI, 1/18

ERASMUS: Jenseits der Polen-Klischees. Erasmus-Treffen in Wadowice, Polen


Die Stadt Wadowice liegt in der Nähe von Krakau und ist etwa so groß wie Bad Bergzabern, doch das Besondere an dieser Stadt ist, dass dies der Geburtsort von Papst Johannes Paul II. ist. Dies war auch nur unschwer zu erkennen, da so ziemlich an jeder Ecke Bilder und Gedenktafeln von ihm hängen. Er besuchte sogar die Schule, mit der wir zusammenarbeiteten.

Überaus gastfreundlich wurden wir in unseren Gastfamilien aufgenommen und schon am ersten Tag wurden internationale Freundschaften – auch mit den anderen Schülern aus Italien und Litauen – geschlossen. Die Kommunikation sollte während der Arbeitszeiten auf Deutsch stattfinden, da die internationalen Schüler alle Deutsch lernen, aber in der Freizeit war Englisch dann meistens die einfachere Verständigungssprache.

ErasmusDez

Während des offiziellen Programms lernten wir zum einen die anderen Länder durch Spiele oder Musik kennen, aber wir arbeiteten auch viel zusammen. Zum Beispiel haben wir die Einwohner der Stadt zum Thema Flüchtlinge befragt oder ein Logo für das Projekt entwickelt. Ebenfalls machten wir Ausflüge und besichtigten das Konzentrationslager Ausschwitz-Birkenau, was für uns alle sehr emotional und schockierend war. Doch wir besuchten auch Krakau, die „schönste Stadt Polens“, wie so viele Leute sagen, und lernten hier mehr über die polnische Geschichte und Kultur. Dort aßen viele die bekannten polnischen Teigtaschen „Pierogi“. Fast jeden Abend wurden unsere Treffen mit einem inoffiziellen Abendessen und Billard- oder Bowlingspielen beendet, bei dem sich Schüler aller Länder trafen und zusammen Spaß hatten.

Am Tag der Abreise fiel es uns dann allen schwer zu gehen, da wir die anderen Projektteilnehmer schon in diesen paar Tagen ins Herz geschlossen hatten. Nach einer Woche kann ich aber sagen, dass Polen zwar nicht „klauen“, wie das Klischee es besagt, dafür jedoch außerordentlich herzliche und liebenswerte Menschen sind.

Es war, denke ich, für alle von uns, egal ob Deutscher, Italiener, Litauer oder Pole, eine unglaublich schöne Zeit, in der man viel über die anderen, sowie aber auch sein eigenes Land lernen konnte.

Hier gehts zur Erasmus-Seite

Luca Elena Kuntz (MSS 12)/KLI, 11/17

 

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Deutsch-französisches Projekt gewinnt Tele-Tandem®-Förderpreis 2017 des Deutsch-Französischen Jugendwerkes (DFJW)!

Die Jury schreibt: „Wir freuen uns Ihnen heute mitteilen zu können, dass Ihr Projekt „Unser deutsch-französisches Viertel in Scheibenhard(t)“, das Sie im vergangenen Schuljahr 2016 / 17 mit Ihren Schülerinnen und Schülern und in Kooperation mit Ihrer Partnerklasse des Collège Georges Holderith in Lauterbourg durchgeführt haben, für den Tele-Tandem®-Förderpreis 2017 ausgewählt worden ist. Zu diesem Erfolg gratulieren wir Ihnen ganz herzlich! Begeistert hat die Jury zum einen Ihr besonderes Engagement als Lehrerin im Rahmen dieses umfangreichen und komplexen Projekts. Ihr Projektbericht und auch die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler spiegeln die gute Kooperation mit Ihrer Partner-Lehrkraft in Frankreich deutlich wider. In Ihrem Projekt einer virtuellen Simulation Globale greifen Sie die geografische Nähe und die historische Verbindung der beiden Partnergemeinden auf. Dadurch gewinnt das Projekt an Realitätsbezug und Relevanz für die Schülerinnen und Schüler und ist ein schönes Beispiel für die Arbeit an einer gemeinsamen, grenzüberschreitenden europäi-schen Identität. Ihr Projekt war handlungsorientiert angelegt und die Aufgabenstellungen wurden von den Schülerinnen und Schülern individuell und kreativ umgesetzt. […] Eine große Methodenvielfalt kam hier zur Anwendung. […] Dieser sehr gezielte und gleichzeitig abwechslungsreiche und kreative Einsatz der neuen Medien ist vorbildlich! Die Schülerinnen und Schüler konnten so ihre Medienkompetenz anwenden und ausbauen und hatten gleichzeitig die Möglichkeit, in authentischen Situationen mit den französischen Partnern zu kommunizieren. Die Begegnungen im Januar und im April schließen an die vorbereitenden Arbeiten auf Distanz an und greifen gut ineinander. Der Tele-Tandem®-Förderpreis ist mit 1000 € dotiert. Diese werden jeweils zur Hälfte an die am Projekt beteiligten Partnerschulen ausgezahlt.“

ROL, 11/17