„Erst ab minus 31 Grad mussten wir nicht mehr raus“

218 Seiten stark ist der Interviewband mit 36 Zeitzeugen, die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums im Alfred-Grosser-Schulzentrum seit 2013 zum Ende des Zweiten Weltkriegs und zur Wende 1989 befragten. Außerdem stellten sie am Dienstag, dem 24.9., im Schloss Bad Bergzabern Kunstprojekte zu diesen Themen vor. Die Arbeit ist Teil eines europäischen Comeniusprojekts, an dem auch Schüler aus Litauen, Polen (Umbruch 1989), Frankreich (1945 und Algerienkrieg) sowie Norwegen (Immigrationsgeschichte und Attentat von 2011) teilnehmen. 

„Erst bei unter minus 30 Grad mussten wir nicht mehr draußen arbeiten”, sagt der heute 91-jährige Gustav Eck aus Dierbach. Er war nach drei Jahren an der Ostfront von 1945 bis 1949 in russischer Kriegsgefangenschaft. Die sei schlimmer als der Krieg selbst gewesen: „Hunger, Kälte, Misshandlungen, Gefängnis, Verhöre” habe er dort erlebt. Gustav Eck ist einer der 36 Zeitzeugen, die von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums im Alfred-Grosser-Schulzentrum im Rahmen eines europäischen Comenius-Projekts befragt wurden. An diesem Dienstagnachmittag präsentieren sie das Ergebnis: Einen 218 Seiten starken Reader mit den Interviews sowie Kunstwerke, die in der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit entstanden sind.

Professor Alfred Grosser,  Namensgeber des Schulzentrums Bad Bergzabern, hat sich sein Leben lang für die europäische Verständigung eingesetzt. „Können nicht zuerst die Schüler was sagen?” ist seine erste Äußerung; „ich spreche in einem von Frankreich zerstörten Gebäude”, sagt der 89-Jährige dann über das Bergzaberner Schloss. Er selbst floh mit seiner Familie 1933 aus Frankfurt und ist seitdem auch Franzose. Anschließend erzählt er sowohl vom französischen Algerienkrieg als auch davon, dass junge Deutsche oft „unwissend zur Hitlerjugend” kamen. So wirbt er für europäische Verständigung. Dazu passe auch der Reader der Schüler. „Sie müssen es lesen, um zu sehen, wie heute Jugendliche sehen, was Jugendliche damals erlebt haben”, fordert Alfred Grosser die zahlreichen Zuhörer im Bürgerbüro des Schlosses Bad Bergzabern auf.

„Jedes Trauma, das man nicht in Worte fasst, kommt eines Tages wieder zurück und kann verheerende Folgen haben”, habe einer der Zeitzeugen gesagt, erzählt eine der betreuenden Lehrerinnen, Annette Kliewer vom Gymnasium im Alfred-Grosser-Schulzentrum. Deshalb hätten die Schülerinnen und Schüler aus Bad Bergzabern gemeinsam mit Norwegern, Litauern, Polen und Franzosen erforscht, wie die Nationen mit ihrer Vergangenheit umgehen. In jedem Land haben eigene Themen im Mittelpunkt gestanden. In Litauen und Polen die Wende 1989, in Frankreich 1945 und der Algerienkrieg, in Norwegen die Immigrationsgeschichte und das Attentat von 2011 und in Deutschland die Wende 1989. Bei der Veranstaltung im Schloss teilten die Schülerinnen und Schüler „ihren“ Zeitzeugen den Reader mit den Interviews aus. Verbandsgemeindebürgermeister Hermann Bohrer (SPD) begrüßte als Gastgeber die Schüler, Zeitzeugen aus dem Elsass und der Südpfalz und die Lehrer sowie Professor Grosser. Er freue sich, dass die Schülerinnen und Schüler sich mit zwei einschneidenden Ereignissen im vergangenen Jahrhundert beschäftigt haben, indem sie Menschen befragten, die dabei waren, so Hermann Bohrer. Seit 2013 haben alle Beteiligten lange Gespräche mit den Zeitzeugen geführt und in mühseliger Kleinarbeit aufgeschrieben. Danach erstellten sie aus Kernszenen und -themen der Interviews künstlerische Umsetzungen. Hier waren sie einfühlsam und kreativ, etwa, wenn eine Decke über die traumatisierenden Erinnerungen eines Zeitzeugen gehängt wurde, wenn für eine 93-jährige Zeitzeugin eine Facebook-Seite geöffnet wird, wenn eine Collage von Familienfotos für das bewegte Leben einer Elsässerin steht. Auf künstlerischem Weg wurde so das Gespräch zwischen den Generationen fortgeführt.

Die Erkenntnis, dass das Schweigen zwischen den Generationen überwunden werden kann, war für Projektleiterin Dr. Annette Kliewer der wichtigste Ausgangspunkt dafür, das Projekt zu initiieren: „Das Schweigen über das Vergangene verletzt. Es verletzt einzelne Menschen, die nicht wahrgenommen werden, deren Schicksal vergessen wird. Und es verletzt die anderen, die die Vergangenheit übergehen und nicht aus ihr lernen können.“

„Ich bin froh, dass sich die jungen Leute dafür interessieren“, so Gustav Eck, der ehemalige russische Kriegsgefangene. Seine Enkelin Julia Steegmüller aus Landau kennt die Geschichten auch und sagt, ihr Großvater sei damals im gleichen Alter gewesen wie die Schüler heute. „Gegen seine Erlebnisse haben wir heute nur Luxusprobleme“, sagt die Lehramtsstudentin aus Landau. Ihr Großvater schmunzelt. „Wenn ich an unseren Hunger denke, das kann man kaum vermitteln, wie das war“, sagt er. An medizinischer Ausrüstung für die unterernährten, von Wanzen malträtierten, durchgefrorenen Gefangenen habe es nur ein Fieberthermometer gegeben. „Viele sind verstorben“, sagt Gustav Eck. Ihn habe sein Glauben am Leben erhalten. Seit er wieder nach Hause kam, gebe es keine Beschwerden mehr: „Wenn Sie keinen Stacheldraht mehr um sich haben, wenn sie frei laufen können, ohne an andere Gefangene angekettet zu sein, ist jeder Tag ein Geschenk“. Nur auf einer Sache bestehe er, sagt Gustav Ecks Enkelin: „Beim Opa wird nix weggeschmissen – selbst abgelaufene Lebensmittel.“ 

Bei anderen hat der Krieg sogar für eine Versöhnung mit dem ehemaligen „Feind“ gesorgt: Anna Bingler aus Bad Bergzabern, eine der Schülerinnen, die bei dem Projekt mitgemacht haben, erzählt, dass „ihr“ Zeitzeuge  – der Franzose  Josef Ehrmann (geboren 1937 im Elsass) – sich seit Kriegsende für die deutsch-französische Freundschaft einsetzt. „Er ist nach dem Abitur durch Deutschland getrampt und habe gemerkt, dass es auch vernünftige Deutsche gebe“, erzählt Anna Bingler fasziniert. Er habe sogar eine Deutsche geheiratet. Josef Ehrmann steht daneben und schmunzelt. Er habe dann unter anderem Deutsch studiert, um zu unterrichten. „Beim Studium in Marburg habe ich dann meine deutsche Frau kennengelernt – das fand mein französischer Vater allerdings gar nicht gut“, erzählt Josef Ehrmann weiter. Seine Frau, die lange Lehrerin am Gymnasium in Bad Bergzabern war, lächelt. 

COMENIUS 1

(Fotograf Lars Oberhofer, Schüler der Foto-AG): von links: Stefanie Müller (Schüler), Max Berger (Schüler), Alfred Grosser, Larissa Rohde (Schüler), Jana Hitziger (Schüler), Benedikt Gubisch (Schüler), Johanna Ginzer (Schüler), Josef Ehrmann und Gattin (Zeitzeugen)

COMENIUS 2

(Fotograf Stefan Bingler, Lehrer Gymnasium): Von links: Verbandsgemeindebürgermeister Hermann Bohrer, Alfred Grosser, Mme Grosser, Schulleiter des Gymnasium Philipp Gerlach, Annette Kliewer, eine der Leiterinnen des Projekts

COMENIUS 3

(Foto Stefan Bingler): Eleonore Beinghaus, eine der Lehrerinnen, die das Projekt betreut, mit Zeitzeuge Gustav Eck, Jahrgang 1925, der den Schülern von seiner Kriegsgefangenschaft in Russland erzählte

COMENIUS 4
(Foto: Stefan Bingler): von links: Stefanie Müller, Max Berger, Alfred Grosser, Jana Hitziger, Johanna Ginzer sowie das Ehepaar Ehrmann (Zeitzeugen für die deutsch-französische Verständigung)

COMENIUS 5
(Stefan Bingler): von links: Frau Ehrmann und Josef Ehrmann (Jahrgang 1937, Elsässer, heiratete eine Deutsche und setzte sich als Franzose für die dt.-frz. Verständigung ein

Das Comenius-Projekt

Im Comenius-Projekt „Europäische Erinnerungskulturen. Umbrüche und Aufbrüche in Gesellschaften und Biographien“ beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler aus Wadowice (Polen), Vilnius (Litauen), Lillesand (Norwegen), Dijon (Frankreich) und Bad Bergzabern damit, wie eine Gesellschaft mit den für sie wichtigen Erfahrungen umgeht. Die Bergzaberner Schüler haben zum  Beispiel Zeitzeugen zu den Umbrüchen 1945 und 1989 interviewt und die Ergebnisse in einem Buch zusammengestellt. In Frankreich geht es um 1945 und um den Algerienkrieg, in Norwegen um Immigrationsgeschichte und das Attentat von 2011 und in Litauen und Polen um den Umbruch 1989. Die Schüler setzen sich nun schreibend, theaterspielend, filmend und künstlerisch damit auseinander, wo in der Geschichte ihres Landes Brüche waren und wie ihre jeweiligen Kulturen sich daran erinnern. Das Projekt läuft seit 2013 und endet mit einer Abschlusswoche mit allen Partnern ab 13. April 2015. Es wird von der Europäischen Union bezahlt. Folgende Lehrer und Lehrerinnen des Gymnasiums Bad Bergzabern sind beteiligt: Annette Kliewer, Eleonore Beinghaus, Stefan Bingler, Sascha Müller, Elke Neumann, Verena Rolfes, Annett Waßmer und Ralf Weiser. Sie treffen sich einmal im Monat in einer Arbeitsgemeinschaft mit 23 Schülerinnen und Schülern.

VOL/KLI, 9/14

Mittagessen mit den Revolutionären


Zum Thema „Sechziger Jahre“ war am 16.07.2014 als Zeitzeuge der Universitätsprofessor Hans Hattenhauer zu Besuch im Geschichtsunterricht der Klasse 10d des Gymnasiums am Alfred-Grosser-Schulzentrum.  Die Schüler der Klasse hatten sich zuvor zwei Geschichtsstunden lang unter Anleitung ihres Geschichtslehrers Christian Irsfeld in Expertengruppen auf das Zeitzeugengespräch vorbereitet.

Ein Thema, das wohl jedem in den Kopf kommt, wenn er an diese Zeit denkt, ist der Mauerbau. Professor Hattenhauer erzählte, dass er davon auf einer Englandreise erfahren hatte. Auch wenn er selbst keine Verwandten im Ostteil Deutschlands hatte, kam er später als Professor an der Universität Kiel doch mit Studenten in Kontakt, die aus der DDR geflohen waren. Er sah den Mauerbau sehr kritisch, und bezeichnete sich selbst als Antikommunisten, denn er möchte sich nicht vorschreiben lassen welche Bücher er zu lesen hat, welchen Radiosender er hören darf und welchen nicht.

Vor allem zum Thema 68er-Bewegung stellten die Schüler sehr viele Fragen. Sie waren besonders daran interessiert, ob und wie er als Professor mit Studenten, die dieser Bewegung angehörten, umging. Er erzählte zuerst, dass er die Zeit davor nicht als verstaubt angesehen hatte, und sogar fand, dass sich die Welt für ihn in den Fünfziger-Jahren geöffnet hatte. Obwohl sie aus grundverschiedenen politischen Lagern kamen, hatte der Professor eine recht freundschaftliche Bindung zu einem seiner Studenten, der einer der Anführer der 1968er-Bewegung war. Dieser stürmte oft in das Auditorium und störte die Vorlesungen des Professors. Um dem ein Ende zu setzen lud Professor Hattenhauer ihn zum Mittagessen ein, im festen Glauben, dass dieser nicht kommen würde. Dies war nicht der Fall und die beiden hatten letztendlich sehr oft miteinander zu tun. Allerdings gab der Student dann keine Doktorarbeit bei ihm ab, um sich in seinem politischen Lager nicht selbst zu ruinieren.

Das Zeitzeugengespräch war eine besondere Erfahrung, insbesondere weil das Thema viel Interesse geweckt hatte. Diese Abwechslung im Unterricht wurde von den Schülern sehr positiv aufgenommen, da das Gespräch ein beeindruckendes Beispiel dafür war, dass Geschichte lebendig ist.

Xenia Y. Zimmermann (10d), VOL, 7/14
Anmerkung:

Prof. em. Dr. iur. Hans Hattenhauer (*1931) lehrte Bürgerliches Recht und Europäische Rechtsgeschichte an der Christian-Albrechts-Universität Kiel, deren Rektor er in den 1970er Jahren war. Er wurde unter anderem mit dem Deutschen Sprachpreis und der Ernennung zum Ritter der Ehrenlegion ausgezeichnet.


Comenius-Gruppe besucht die Oper „Die Passagierin“

Unsere Arbeit im Projekt ist derzeit von Zeitzeugeninterviews geprägt, wir befragen Menschen, die z.B. einen Umbruch wie 1945 selbst erlebt haben. Ihre Erinnerung lassen wir uns erzählen, um daran in verschiedenen Formen weiter zu arbeiten.

Aber in unserem Fall war das Stichwort Erinnerung genau das Thema der Oper und so besuchte die Comenius-Gruppe am 13.05.14 eine Opernaufführung des Badischen Staatstheaters Karlsruhe. Das Stück trägt den Namen „Die Passagierin“ und beschäftigt sich mit dem Leben einer Gefangenen im Konzentrationslager Auschwitz sowie mit einer Aufseherin in eben jenem Lager. Es basiert dabei auf einem autobiographischen Roman von Zofia Posmysz und wurde von Mieczysław Weinberg dann als Oper adaptiert. Das Stück spielt zunächst auf einem Schiff, wo sich beide Frauen während einer Schiffspassage nach Brasilien wieder begegnen. Dann – als Erinnerung – wird die Handlung in Auschwitz, also in einem Konzentrationslager, eingeblendet. Das Bühnenbild war aber sehr minimalistisch und so wurden die Schauplätze nur durch ein, zwei Bühnenelemente und durch Lichteffekte angedeutet. Dies war angesichts des Themas aber angemessen, da man so nicht von der Handlung abgelenkt wurde. Außerdem hätte das Stück durch ein spektakuläres Bühnenbild ja auch einen allgemein spektakulären Charakter bekommen, was die Absicht des Stückes, eine dramatische Beziehung der beiden Frauen zueinander darzustellen, nicht nur verfälscht, sondern gar verfehlt hätte. Auch die Musik war wie das Bühnenbild etwas anders als zum Beispiel bei einer Oper von Puccini. Während bei „Tosca“ zum Beispiel die Orchestermusik von der Lautstärke gleichrangig mit der des Opernsängers ist, ist die Orchestrierung dieser Komposition meistens etwas leiser, hält sich im Hintergrund. Die Musik ist mitunter auch weniger harmonisch und melodisch komponiert, obwohl es auch einige lyrische Passagen gibt. Sie wurde dem Thema der Oper angepasst und spiegelt es so wider. Das Sängerensemble beeindruckte uns durch seine Stimmkraft und Vielfältigkeit, interessant war dabei auch, dass die Sänger in den jeweiligen Sprachen der Häftlinge (Polnisch, Jiddisch, Französisch und Russisch) sangen, die Aufseher und KZ-Schergen dagegen auf Deutsch.

Für viele der Schüler war dies ihr erster Opernbesuch, was zunächst die Befürchtung bei den Lehrern weckte, dass die Schüler wegen des schweren Themas eher abgeschreckt werden und die Oper in Zukunft  meiden könnten. Wie sich aber herausstellte, waren die Schüler ergriffen und sehr angetan von der Oper. Einige können sich vorstellen, nun auch mal privat in die Oper zu gehen. Das Projekt bietet somit die Möglichkeit, neue Bereiche zu entdecken, die vielleicht nicht der typischen Freizeitgestaltung eines Jugendlichen entsprechen. Eine große Ehre war aber, dass wir nicht nur die Oper für uns entdecken konnten, sondern es uns ermöglicht wurde, mit dem Dramaturg Bernd Feuchtner und dem Regisseur Holger Müller-Brandes des Stücks zu sprechen. Auf Einladung von Frau Beinghaus kamen die beiden zwei Tage nach dem Beuch der Aufführung, am 15.05., an unsere Schule und haben mit uns über das Stück und die Inszenierung gesprochen. Die Schüler und Lehrer konnten in erster Linie Fragen zum Stück stellen. So konnten Eindrücke, aber auch Unklarheiten direkt mit dem Dramaturgen und dem Regisseur besprochen werden. Diese Chance ergibt  sich wohl nicht oft und so war es umso interessanter, nicht nur in die Oper zu gehen und das Stück für sich zu verarbeiten, sondern die Absichten hinter den einzelnen Elementen zu erfragen und so das Stück besser nachzuvollziehen. Der Regisseur hat uns auch Vieles über die Komposition erklärt, über wiederkehrende Motive (Leitmotive) und die ihnen zugeordneten Akkorde, die die jeweiligen Figuren entsprechend charakterisieren. Das hatten wir alle nicht so wirklich erkannt, aber jetzt wurde uns aufgezeigt, welche Aspekte einem noch geöffnet werden können, wenn man sich intensiv mit einer Oper auseinandersetzt.
Operngespräch1 Bi
Regisseur Holger Müller-Brandes und Dramaturg Bernd Feuchtner zum Operngespräch in der Schule

Oper Schüler Bi

Schüler im Operngespräch

Das Comenius-Projekt bot den Teilnehmern somit die Möglichkeit, Auseinandersetzung mit Erinnerung und Geschichte auf eine ganz ungewöhnliche Weise zu erfahren. Und jetzt geht es hoffentlich noch weiter. Weil nämlich die heute bald 90-Jährige Zofia Posmysz in polen lebt, möchten wir sie unterstützt durch unsere polnischen Partner in Wadowice interviewen. Das wird bestimmt ein ganz besonderes Zeitzeugeninterview.

Steffi Müller, BEI 7/14


Besuch der Ausstellung „Fastnacht der Hölle“

Im schlicht gehaltenen Ausstellungsraum läuft an den Wänden eine Tafel entlang, die eine Auflistung von chronologisch geordneten, kriegsrelevanten Ereignissen darstellt. Im vorderen Teil der Räumlichkeit gibt es 5 Stationen, die den Besucher so nahe wie möglich an die damalige Realität heranführen, indem sie seine Sinne ansprechen. Während rekonstruierte Bombengeräusche für die Besucher eher fern wirken bringt ein auf 16°C abgekühlter Raum doch jeden zum Nachdenken – Aufgrund der Rohstoffmittelknappheit durfte nicht geheizt werden.

Bei einer anderen Station kann „Militärzwieback“ probiert werden. Dieser hat mit dem Gebäck, das wir uns heutzutage unter Zwieback vorstellen, jedoch wenig zu tun, denn aufgrund der bereits erwähnten Rohstoffmittelknappheit während des Ersten Weltkriegs, wurden beim Zwieback zuerst Zutaten wie Zucker und Milch weggelassen, andere wurden ersetzt, und so waren die beiden Hauptbestandteile des Zwiebacks letztendlich Wasser und Futtergetreide, was nicht sonderlich schmackhaft war. 

An einer anderen Station, wobei man eher in einer anderen Station sagen sollte, da sie Stationen von jeweils drei Wänden umgeben sind, kann man sich historische Bilder, die nachträglich mit einem 3D-Effekt versehen wurden, ansehen. Diese scheinen so real, dass man dazu verleitet ist, zu vergessen, dass man sie durch eine Art Brille betrachtet – sie wirken so real, dass man versucht, über den Bildrand hinwegzuschauen.

Ein bleibender Eindruck wird von der Geruchsstation hinterlassen. Hier gibt es zwei Behälter, denen man besser nicht zu nahe kommt. Der eine enthält ein „Parfüm“ das sich „Grabduft“ nennt. Es riecht etwas staubig und nach vergorenem Blut. Man könnte sich vorstellen nach mehreren heißen Sommertagen in der Nähe von aufgetürmten Leichen zu stehen.
Im anderen Gefäß befindet sich ein „Parfüm“, das den Duft von Chlorgas nachahmt. Dieses kam in Gasbomben zum Einsatz und konnte  zum Tod führen.

Für den Besucher gibt es nach dieser Einführung vier große Ausstellungsflächen, die er sich ansehen kann. Die drei, die er zu diesem Zeitpunkt sehen kann, heißen „Front“, „Etappe“ und „Heimat“. Anhand  von zahlreichen Ausstellungsstücken bekommt der Besucher einen einmaligen Zugang zu den damaligen Geschehnissen. An einigen Stellen kann man sich Hörmuscheln ans Ohr halten, aus denen Ausschnitte aus Zeitzeugenbefragungen erklingen.
Zu den Ausstellungsstücke in der Front-Vitrine zählen Gasmasken für Menschen und Pferde, notdürftig gefütterte Soldatenmäntel, Cologne-Flaschen, da die Frontsoldaten versuchten, den Gestank zu vergessen, aber auch Waffen.

Die Situation in den Basislagern der Truppen wird von einer mit „Etappe“ betitelten Ausstellungsfläche eindrucksvoll dargestellt. Nicht nur ein Kasten mit umfangreichem chirurgischen Besteck macht dem Besucher klar, dass der Erste Weltkrieg, der immerhin vor 100 Jahren begann, recht modern war. Die Telekommunikation schloss in der Etappe auch Telefonie, eine damals brandneue Technik, mit ein.     
Selbstverständlich ging all dieses Geschehen nicht an den Familien in der Heimat vorbei. Kontakt wurde mit den Verwanden an der Front über Feldpost-Briefe gehalten. Doch, wie ein Ausstellungsstück klar macht, konnte man so auf schmerzvolle Weise vom Tod eines geliebten Menschen erfahren, indem man einen Brief abschickte, der nicht mehr zugestellt werden konnte. In diesem Fall bekam man sein Schriftstück abgestempelt zurückgesendet.

In einigen Gegenden konnte man auch das Unglück haben, zum Beispiel eine Bombardierung am eigenen Leib mitzuerleben. Um für solche Situationen so gut vorbereitet wie nur irgendwie möglich zu sein, wurde die Bevölkerung mit Schaubildern, die auch zu den Ausstellungsstücken gehören, über Gefahren bei bestimmten Verhaltensweisen gewarnt. So wurden die Menschen aufgerufen, ihre Neugierde zu unterdrücken, und somit in ihre Häuser zu gehen, und dort von den Fenstern fernzubleiben.

Der Krieg veränderte alle Lebensbereiche: Kunst aus Gegenständen von der Front stand im ein oder anderen Wohnzimmer und Fahrräder hatten keine Gummireifen mehr. Kurzum, irgendwie war ein jeder betroffen, direkt oder indirekt.

An der Wand endet nun die Tafel, auf der die Kriegsgeschehnisse aufgelistet sind, und die vierte Vitrine beginnt. Denn am 11. November 1918 war der Krieg zwar offiziell beendet, doch seine langwierigen Folgen, die einem in der vierten Vitrine näher gebracht werden, begannen erst zu diesem Zeitpunkt.

Kurze Spots stellen Prothesen so dar, als ob sie einen kompletten Ersatz für einen im Krieg verlorenen Arm darstellen könnten, die Realität sah jedoch oft weniger schön aus, der Krieg hatte Millionen Soldaten zu Invaliden gemacht.

Bevor man den Raum verlässt, sieht man eine Projektion an der Wand – Luftaufnahmen von einer Graslandschaft. Man möchte sich fast in dem beruhigenden Grün verlieren, doch Vorsicht sollte geboten sein. Die Grausamkeiten, über die die Ausstellung so eindrucksvoll berichtet, sind geschehen, denn ohne den Ersten Weltkrieg wäre die Landschaft nur irgendeine unbedeutende. In Wirklichkeit jedoch zeigen die Aufnahmen ein ehemaliges Schlachtfeld. Natürlich ist im wahrsten Sinne des Wortes Gras über das Geschehene gewachsen, doch wenn man genau schaut, kann man noch einige Bombentrichter erkennen.
Xenia Y. Zimmermann, BEI 5/14



weiterlesen

Comenius-Gruppe beim Besuch der Kunstaustellung „Mythos Welt“ in der Mannheimer Kunsthalle.

Wir konnten Werke betrachten, die durch die verschiedensten Techniken entstanden waren und auch die verschiedensten Motive zeigten: Von Selbstportraits über Landschaftsansichten, bis hin zu Stillleben. Dabei war die Ausstellung so aufgebaut, dass immer ein Werk von Dix einem ähnlichen von Beckmann gegenüberstand, sodass es für den Besucher ein Leichtes war, die beiden zu vergleichen und Ähnlichkeiten und Unterschiede zu erkennen.

MA Bei

Unser besonders Augenmerk galt einem Zyklus von Drucken, der sich mit dem Thema Krieg beschäftigte. Verschiedene Werke zeigten Opfer, sowie Täter, aber auch die Zerstörung von Grund und Boden, Gebäuden und Natur. Mal standen Waffen im Mittelpunkt, mal Verwesung, mal die Blessuren der Opfer. Teilweise waren die Motive bis zur Unkenntlichkeit verändert, teilweise konnte man genau erkennen, auf welchen Aspekt es dem Künstler ankam.

Da auch wir als Comenius-Gruppe uns mit dem Thema Krieg sowie Auswirkungen und Folgen beschäftigen, bot uns der Besuch der Ausstellung einige neue Perspektiven. Wir konnten beobachten, wie Kunst als Art der Verarbeitung für den einzelnen Künstler fungiert und gleichzeitig eine Aussage an den Beobachter übermittelt. Eine weitere Art der Verarbeitung lernten wir in unseren Gesprächen mit Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs kennen, die wir zuvor geführt hatten. Auch hier galt es zu erkennen, was die eigentliche Botschaft ist, was nun der Wahrheit entspricht und was als eigene Interpretation durch die Person zu verstehen ist.
Insgesamt war der Besuch in Mannheim eine kulturelle Bereicherung für unsere Gruppe und hat uns allen viele neue Erfahrungen gebracht.

Romy Hoffart, BEI 5/14


Comenius-Treffen in Vilnius, Litauen

Wir Schüler lebten in dieser Woche in Gastfamilien und verbrachten auch den ersten Tag mit ihnen. Da viele Gasteltern kein Deutsch oder Englisch sprachen, lernten wir sehr schnell einige litauische Wörter wie „labas“ (Hallo) und „ačiū“ (Danke). Dank der Gastfreundschaft wurden in manchen Familien leckere regionale Spezialitäten wie „Cepelinai“ gekocht, vergleichbar mit gefüllten Kartoffelknödeln.

An den vier Projekttagen waren wir täglich in der Schule „Vilniaus Žirmūnų gimnazija“, um am Projekt in der Großgruppe gemeinsam oder in kleineren internationalen Gruppen weiterzuarbeiten. Die Eröffnungsveranstaltung, die von litauischen Schülern organisiert wurde, war atemberaubend gestaltet. Sie haben in jeder Landessprache ein Lied gesungen und dazu getanzt oder ein Instrument gespielt.

Litauen gruppe
Die deutsche Gruppe beim Besuch der Deutschen Botschaft: Von links nach rechts: Stefan Bingler, Max Berger, Ophelia Stengel, Romy Hoffart, Anna Bingler, Zarina Sembina, Jana Hitziger, Elke Neumann, Agnes Bartmus, Annet Waßmer

Unser Ausflugsprogramm war ebenso beeindruckend: Zu den Highlights zählte unter anderem der Ausflug ins litauische Parlament. Ein Abgeordneter des Parlaments führte uns in den Plenarsaal, wo wir uns auch auf den Platz der Staatspräsidentin Dalia Grybauskaitėsetzen durften. Weitere Ausflüge führten uns in die Deutsche Botschaft, die mittelalterliche Stadt Trakai, die auf Wasser gebaut ist, und in zwei Museen, wo wir jedes Mal unser künstlerisches Talent testen konnten. Einmal haben wir mit Ton gearbeitet, das andere Mal haben wir Monotypie Drucke erstellt. Das eine Museum war ein Rekonstruktion des Palastes in Vilnius, im anderen wurden die Bilder eines litauischen Künstlers auch gestellt. Weil wir in unserem Projekt die Auseinandersetzung mit unseren Themen auch auf verschiedene künstlerische Weisen ausdrücken möchten, wurden in Litauen erste Arbeiten ausgeführt. Wir haben beispielsweise Plakate gestaltet, bei denen es um die Geschichte der verschiedenen Länder ging.

In unserer Freizeit trafen wir uns mit den Gastschülern und den anderen Teilnehmern des Projekts. Somit lernte man schnell viele nette Menschen aus unterschiedlichen Nationen kennen und Freundschaften wurden geschlossen.

Bei der Abschlussveranstaltung erhielt jeder ein Zertifikat. Wir lernten einige traditionelle Tänze aus anderen Ländern. Alle haben gemeinsam gelacht, getanzt und waren sehr fröhlich. Es war sehr emotional, da uns bewusste wurde, dass die schöne Zeit vorbei ist. Die Gemeinschaft schloss sich noch enger zusammen, somit fiel der Abschied am Ende sehr schwer.

Viele neue Erfahrungen und Kenntnisse konnten wir in dieser Woche sammeln, lernten neue Kulturen sowie ein fremdes Land kennen. Jedem von uns hat es sehr gut gefallen und wir freuen uns schon auf den Besuch der Projektteilnehmer aus den teilnehmenden Ländern an unserer Schule.

Ophelia Stengel, MSS 12/BEI, 5/14


weiterlesen

Polnische Schüler zu Gast in BZA: Auf den Spuren des Janusz Korczak

Nach 25 Stunden Fahrt kam am Samstag, den 31.11, die polnische Gruppe mit einem Bus am Karlsruher Hauptbahnhof an. Nach einer Pause in den jeweiligen Gastfamilien ging es mit dem Programm los. Mit einer von Schülern ausgedachten Stadtrally starteten die Schüler in das Projekt. Der Abend nahm mit lustigen Kennenlernspielen seinen Lauf. Den Sonntag verbrachten die Schüler in ihrer Gastfamilie. Es wurden Ausflüge unternommen wie Bowling, Austellungen erkundet oder auch der Besuch von Weihnachtsmärkten. Dieser Tag gab den deutschen Gastfamilien die Möglichkeit ihre Schülerinnen etwas näher kennen zu lernen. Unterhalten wurde sich meist auf Englisch, da die Schüler aus Polen nur gebrochen Deutsch konnten. Am Montag war regulärer Unterricht, zu dem die Polen die Deutschen begleiteten. Nach der Schule fuhren die Gastschüler, die Gastgeber und die Lehrer nach Wissembourg. Die Gastschüler waren sehr begeistert, dass Frankreich so nah an Deutschland liegt. Nach einer kleinen Stadtführung durfte jeder sich frei bewegen und die Stadt noch etwas erkunden. Darauf fand in der Schule ein Bastel- und Backabend statt, an dem wieder die ganze Klasse teilnahm. Einzelne Gruppen backten Plätzchen oder bastelten Dekoration für den Weihnachtsbaum im Foyer der Schule.
Am Dienstag arbeiteten die deutschen Schüler in einem Projekt zu Janusz Korczak über seinem Leben, seinen Bücher und Kritiken dazu. Die polnische Gruppe besichtigte währenddessen die Schule und die Stadt Bad Bergzabern. Am Nachmittag fuhren alle nach Landau in die Stadtbücherei, um sich eine Ausstellung über Janusz Korczak anzusehen. Es war eine sehr informative Ausstellung, in der ebenfalls das Buch „Blumkas Tagebuch“ ausgestellt war. Nach einer Pause, die die meisten Schüler zum Shoppen oder Bummeln über den Weihnachtsmarkt nutzten, ging es mit dem Programm weiter. Die Schüler hatten eine deutsch/polnische Tandemlesung von „Blumkas Tagebuch“ vorbereitet. Die Autorin Iwona Chmielewska war vor Ort und beantworte alle Fragen, die die Schüler ihr stellten.
Am Mittwoch kam Frau Chmielewska nach Bad Bergzabern in die Schule, um mit den Schülern einen kreativen Workshop zu gestalten. Die Schüler bastelten Figuren aus dem Buch nach und setzten sie künstlerisch in die heutige Zeit ein. Diese Arbeiten wurden zusammen mit den anderen erarbeiteten Dingen der Schüler am Abend ausgestellt. Es war der Abschlussabend der polnischen Schüler.
Am Tag darauf fuhren sie mit dem Bus wieder zurück nach Polen. Der Abschied fiel jedem schwer…Es gab einige Tränen und traurige Gesichter, aber es muss ja kein Abschied für immer sein.
Es war ein rundum gelungenes Projekt und hat sehr viel Spaß gemacht.
Die Kommunikation zwischen den Deutschen und den Polen hat sehr gut funktioniert.
Und natürlich bedanken wir uns schon jetzt bei allen Sponsoren, die dieses Treffen möglich gemacht haben: Das Deutsch-Polnische Jugendwerk, die ADD und die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

Sarah Albert, Mara Gnägy (Klasse 8a), KLI 12/13


Korczak rheinpfalz kl
aus: DIE RHEINPFALZ, Pfälzer Tagblatt – Ausgabe Südl. Weinstraße, 19.12.2013, S. 23
weiterlesen

Comenius-Treffen in Wadowice, Polen

entwarfen ein Logo für unser Projekt. Da die Projektsprache Deutsch ist und viele der anderen Schüler sehr gut Deutsch sprechen können, hatten wir bei den Projekttreffen kaum Schwierigkeiten uns zu verständigen. In den Familien, wo wir am Wochenende und an den Abenden wohnten, war es dann doch nicht so einfach, aber zum Glück konnten wir einige Wörter wie „Dzień dobry” (= Guten Tag ) und vor allem „Dziękuję” (= Danke) auf polnisch. Die Gastfreundschaft der Polen ist nämlich überwältigend und die polnische Küche ist wirklich sehr gut. Dazu gehören zum Beispiel „Pierogi”, gefüllte Teigtaschen, die wir bei unserem Ausflug nach Krakau, der schönsten Stadt Polens, probiert haben. Dort haben wir das Wahrzeichen der Stadt, den Wawel-Hügel, und die Altstadt besichtigt. Außerdem haben wir das Schindler-Museum besucht, in dem die Besetzung Krakaus durch die Deutschen und das Schicksal der Juden bewegend dargestellt wird. Dadurch und auch durch die Besichtigung des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz – Birkenau wurden wir zum Nachdenken über unsere Geschichte angeregt und konnten viel lernen. Insgesamt war es eine sehr schöne Woche in Polen, die sich durch die Möglichkeit mit Jugendlichen aus anderen Kulturen Kontakt knüpfen zu können und die vielen neuen Eindrücke auf jeden Fall gelohnt hat.

Comenius 2013 in Polen

von links nach recht: Stefanie Müller, Susen Meyer, Linde Maier, Bettina Schlender, Nadine Adaci, Johanna Ginzer
Stefanie Müller, Bettina Schlender, BEI, 12/13

 
weiterlesen

Projekttag „Polen in der Schule“ des Deutschen Polen-Instituts

Polen, so wurde uns anschaulich und mit Humor vor Augen geführt, lege großen Wert auf zwischenmenschliche Beziehungen – sei es im Alltag oder daheim – und halte die Gastfreundschaft hoch. Beeindruckend war die Schilderung der Großzügigkeit der Bewirtung in Polen. Während man – etwas zugespitzt formuliert – in Deutschland drei Salzstangen für drei Gäste vorbereite, erhalte man in Polen sofort immer wieder einen Nachschlag auf den Teller, sobald man aufgegessen habe. Um da nicht zu platzen, müsse man einfach einen Rest übrig lassen, als Zeichen dafür, dass man satt sei. Mit einem interaktiven Polen-Quiz rundete Herr Kneip seinen Vortrag ab und lobte die guten Kenntnisse, welche die Teilnehmenden bereits mitbrachten, z.B. im Blick auf den EU-Beitritt Polens im Jahre 2004.

Comenius Polen Tag

Nach einer geselligen Mittagspause, in der die Diskussion weiterging, eröffnete nun Herr Mack seinen Part mit einem spannenden Crash-Kurs in polnischer Geschichte, der die enge  Verbindung von Deutschland und Polen erinnerte, die viel tiefer reicht als gewisse nationalstaatliche Bestrebungen des 19. Jahrhunderts es vordergründig vermuten lassen und bestens auf eine gemeinsame Aufarbeitung und Entdeckung deutsch-polnischer und damit europäischer Erinnerungskulturen einstimmte.
MLR 11/13


Austauschprojekt der Klasse 8a mit einer polnischen Schule in Rzeszów


korczak
In der Stadtbibliothek Landau wird vom 14.11. bis zum 4.12. eine Ausstellung mit dem Titel „Ich bin klein, aber wichtig. Die Kinderrepublik des Janusz Korczak“ zu sehen sein, die in direktem Bezug zu unserem Austausch steht. Die Ausstellung eignet sich in besonderer Weise für Schulklassen von Stufe 5 bis 11. Es wurden Arbeitsblätter für verschiedene Klassenstufen vorbereitet, die bei Frau Kliewer erhältlich sind.

Am 3.12. um 20 Uhr werden deutsche und polnische Schüler des Austauschprojekts an einer Tandemlesung in der Stadtbibliothek Landau teilnehmen, bei der das Bilderbuch „Blumkas Tagebuch“ von Iwona Chmielewska vorgelesen wird. Chmielewska, eine international berühmte Illustratorin, wird am Tag danach einen künstlerischen Workshop an unserer Schule durchführen. Die Ergebnisse dieses Workshops sowie weitere Produkte aus unserer Schule zu Janusz Korczak werden am 4.12. um 18 Uhr in der Kantine gezeigt. Dazu sind alle Schüler, Lehrer und Eltern herzlich eingeladen.

Es ist besonders hervorzuheben, dass an unserem Gymnasium für die Schuljahre 2013-2015 ein Comenius-Projekt zum Thema „Europäische Erinnerungskulturen. Aufbrüche und Umbrüche in Biographien und Gesellschaften“ läuft, an dem u.a. eine polnische Schule in Wadowice  teilnimmt. Das Projekt um Janusz Korczak ordnet sich indirekt in die Arbeit an diesem Projekt ein, die (älteren) Comenius-SchülerInnen  (Klassenstufe 10-12) werden  an den öffentlichen Veranstaltungen um das Korczak-Projekt einbezogen werden.

KLI 11/13

weiterlesen