Deutsch-französisches Projekt mit dem nationalen und europäischen eTwinning-Qualitätssiegel ausgezeichnet!

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Das EU-Programm eTwinning verbindet Schulen in Europa und bietet Lehrern und Schülern eine elektronische Plattform um zu kommunizieren, zu kooperieren und Projekte zu entwickeln. Als Teil des Programms Erasmus+ der Europäischen Union wird eTwinning von der Europäischen Kommission und der Kultusministerkonferenz gefördert.

Mit dem nationalen eTwinning-Qualitätssiegel würdigt der Pädagogische Austauschdienst (PAD) einmal im Jahr Schulpartnerschaften, die sich durch eine ausgeprägte Kooperation zwischen den Partnerklassen, kreativen Medieneinsatz sowie pädagogisch innovative Unterrichtskonzepte auszeichnen. Dadurch qualifiziert sich unser Projekt automatisch für die Vergabe des deutschen eTwinning-Preises, der im Februar 2018 in Hannover verliehen wird.

Das europäische Qualitätssiegel erhalten Projekte, die in mindestens zwei europäischen Ländern ein Qualitätssiegel aufweisen können (unsere Partnerschule in Lauterbourg ist be-reits im September mit dem nationalen Qualitätssiegel ausgezeichnet worden). Die Veran-stalter schreiben: «Herzlichen Glückwunsch! Ihre Schule wurde mit dem Europäischen Quali-tätssiegel für die herausragende Arbeit im Rahmen des eTwinning-Projekts „Créons et fai-sons vivre notre quartier franco-allemand dans les villages frontaliers de Scheibenhard et Scheibenhardt ! Une simulation globale.“ ausgezeichnet. Es zeigt, dass Ihre Arbeit, die Arbeit Ihrer SchülerInnen und Ihrer Schule auf höchster europäischer Ebene anerkannt wurde. Dar-über hinaus wird Ihr Projekt auf dem europäischen Portal unter www.etwinning.net ausgestellt. Nochmals herzlichen Glückwunsch zu dieser einzigartigen Leistung! „Mit dieser Aus-zeichnung darf sich das Projekt nun für den Europäischen eTwinning-Preis 2018 bewerben.“


ROL, 11/17

Polen-Mobil startet Erasmus-Projekt


Bei dieser von der Europäischen Union geförderten Jugendbegegnung geht es um das Thema: „Für und wider die Willkommenskultur in Europa. Warum gehen unsere Länder so unterschiedlich mit den Flüchtlingen um?“ Am Dienstag, dem 17.10., findet ein Treffen mit den 28 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern und den fünf betreuenden Lehrerinnen und Lehrern teil. Diese treffen mit dem „Polenmobil“ des Deutschen Poleninstituts zusammen, das über unser Nachbarland informiert, in das vom 11. – 18. November die erste von drei Schülergruppen fährt. Im kommenden Frühjahr findet dann der Austausch mit Litauen und im kommenden Schuljahr der mit Italien statt.

Polenmobil


Info: Erasmus
Erasmus plus ist ein Projekt der Europäischen Union. Diese fördert den Kontakt zwischen Schulen im europäischen Raum. In einer Zeit, in der die europäische Idee von verschiedenen Seiten in Frage gestellt wird, ist es von großer Bedeutung, dass Jugendliche positive Begegnungen mit Menschen aus anderen europäischen Ländern erleben. Erasmus-Projekte bieten außerdem die Möglichkeit, sich im außerunterrichtlichen Bereich Kompetenzen anzueignen, die für das gesamte zukünftige Leben von Bedeutung sein können: Sprachkenntnisse, Präsentations- und Recherchekompetenzen, Teamarbeit, mediale Kompetenz oder Konfliktfähigkeit. An dem Projekt nehmen 28 Schülerinnen und Schüler der zehnten, elften und zwölften Klasse teil. Das Lehrerteam besteht aus Kirsten Andres, Eleonore Beinghaus, Annette Kliewer, Lukas Stass und Markus Vollstedt.

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VOL, 10/17

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Europa erleben: Gymnasium im Alfred-Grosser-Schulzentrum startet Erasmus-Projekt mit Italien, Polen und Litauen


In der ersten Vollversammlung dieses Schuljahres am Gymnasium im Alfred-Grosser-Schulzentrum am Dienstag, dem 19.9. (8:00 Uhr bis 09:25 Uhr) wird unter anderem das Erasmus-Projekt – ein Austausch mit Italien, Litauen und Polen – feierlich eröffnet. Bei dieser von der Europäischen Union geförderten Jugendbegegnung geht es um das Thema: „Für und wider die Willkommenskultur in Europa. Warum gehen unsere Länder so unterschiedlich mit den Flüchtlingen um?“
Am Dienstag, dem 17.10., findet ein weiteres Treffen mit den 28 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern und den fünf betreuenden Lehrerinnen und Lehrern teil. Diese treffen mit dem „Polenmobil“ des Deutschen Poleninstituts zusammen, das über unser Nachbarland informiert, in das vom 11. – 18. November die erste von drei Schülergruppen fährt. Im kommenden Frühjahr findet dann der Austausch mit Litauen und im kommenden Schuljahr der mit Italien statt.

Info: Erasmus
Erasmus plus ist ein Projekt der Europäischen Union. Diese fördert den Kontakt zwischen Schulen im europäischen Raum. In einer Zeit, in der die europäische Idee von verschiedenen Seiten in Frage gestellt wird, ist es von großer Bedeutung, dass Jugendliche positive Begegnungen mit Menschen aus anderen europäischen Ländern erleben. Erasmus-Projekte bieten außerdem die Möglichkeit, sich im außerunterrichtlichen Bereich Kompetenzen anzueignen, die für das gesamte zukünftige Leben von Bedeutung sein können: Sprachkenntnisse, Präsentations- und Recherchekompetenzen, Teamarbeit, mediale Kompetenz oder Konfliktfähigkeit. An dem Projekt nehmen 28 Schülerinnen und Schüler der zehnten, elften und zwölften Klasse teil. Das Lehrerteam besteht aus Kirsten Andres, Eleonore Beinghaus, Annette Kliewer, Lukas Stass und Markus Vollstedt.

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VOL 9/17

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Mit 15 von der Schulbank an die Flak


„Stellt euch vor, euer stellvertretender Schulleiter, Herr Engel, verkündet euch, dass heute euer vorerst letzter Schultag sei. Am Montagmorgen um 7 Uhr geht es mit ein wenig Gepäck vom Flughafen in Frankfurt in die Türkei zum NATO-Stützpunkt. Für uns damals war Ludwigshafen so weit entfernt wie für euch heute die Türkei“, so eröffnete Hermann Frech seine Vorstellung zu einem Film über seine Zeit als Flakhelfer, den er gemeinsam mit Schülern der 10ten Klassen am 30. April 2015 anschaute.
Hermann Frech aus Göcklingen wurde im Alter von 15 Jahren zusammen mit etwa 40 weiteren Mitschülern des Otto-Hahn-Gymnasiums in Landau an die Flugabwehrkanonen in Ludwigshafen abkommandiert. Nach eineinhalb Jahren wurde er – nach Schongau, Hannover und Brüx (im heutigen Tschechien) – schließlich zur Flakbatterie in Neukölln/Berlin versetzt, wo er im Mai 1945 in russische Gefangenschaft geriet. Während des beschwerlichen Fußmarsches nach Polen wurde der damals 17-Jährige entlassen und bescherte – nach weiteren sieben Monaten – mit seiner Rückkehr zwei Tage vor Weihnachten seiner Familie das schönste Weihnachtsgeschenk.
Unter der Leitung von Aleida Assmann, Professorin für Anglistik an der Universität Konstanz, entstand der Film „Anfang aus dem Ende – Die Flakhelfergeneration“, der die gemeinsame Geschichte dieser Generation aus ganz unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Dieser Dokumentarfilm, ergänzt durch den persönlichen und anschaulichen Bericht des heute 87-jährigen Hermann Frech, lieferte den Schülern ein eindrucksvolles Bild von den Geschehnissen zur Zeit des Zweiten Weltkrieges.

Flakhelfer

Die „persönliche Geschichtsstunde“ des ehemaligen Lehrers und Schulleiters stand unter den Vorzeichen des Comenius-Projektes zum Thema „Europäische Erinnerungskulturen“ und zeigte den heute 16-17-Jährigen eindrücklich, wie wichtig auch 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges die Wertschätzung des Friedens ist.
Hor, 5/15


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„Wer seine Geschichte nicht kennt, bleibt ewig ein Kind“

 
„Heute noch sind viele Menschen mit Schmerz erfüllt, wenn sie an den Denkmälern auf unserem Marktplatz vorbeilaufen, da viele ihrer Familienangehörigen Opfer der Deportationen während des zweiten Weltkriegs wurden“, sagt der litauische Schüler Žygimantas Marcinkus. Er ist einer der 25 Gäste aus Litauen, Polen, Norwegen und Frankreich. Gemeinsam mit etwa ebenso vielen deutschen Schülern des Gymnasiums im Alfred-Grosser-Schulzentrum Bad Bergzabern haben sie zwei Jahre lang am Comenius-Projekt „Europäische Erinnerungskulturen“ teilgenommen. In der Abschlusswoche Mitte April trafen sich alle noch einmal in Bad Bergzabern. „Man kann nichts ändern, jedoch sollten auch die düsteren Zeiten unserer gemeinsamen Geschichte nicht in Vergessenheit geraten, denn wer die Geschichte nicht kennt, bleibt ewig Kind“, ergänzt Emilė Paskočimaitė, ebenfalls aus Vilnius in Litauen. Beide debattierten in der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße gemeinsam mit zwei deutschen Schülerinnen die Frage, ob auch politisch überkommene Denkmäler konserviert werden sollen.
Jede Nation hatte sich im Laufe des zweijährigen Projekts mit einem Teil ihrer Geschichte beschäftigt. In Deutschland hatten die Schüler zum Beispiel Ende 2013 Zeitzeugen zu den Umbrüchen 1945 und 1989 interviewt und die Ergebnisse in einem Buch zusammengestellt. In Frankreich ging es um 1945 und um den Algerienkrieg, in Norwegen um Immigrationsgeschichte und das Attentat von 2011 und in Litauen und Polen um den Umbruch 1989. Die Schüler setzen sich schreibend, theaterspielend, filmend und künstlerisch damit auseinander, wo in der Geschichte ihres Landes Brüche waren und wie ihre jeweiligen Kulturen sich daran erinnern.
Dass Vorurteile sich nicht bestätigten, zog sich wie ein roter Faden durch das Projekt. Benedikt Gubisch (18) und Patrick Luber (17) erlebten das, als sie im Rahmen des Projekts nach Norwegen reisten. Dort sei von nordischer Reserviertheit überhaupt nichts zu spüren gewesen. „Wir haben dort offene und freundliche Menschen kennengelernt“ erzählten sie. Sprache war dabei überraschend häufig kein Hindernis: Die siebzehnjährige Marie Jobard aus Dijon zum Beispiel sprach nahezu akzentfreies Deutsch. Sie war ihrerseits überrascht über die hervorragenden Deutschkenntnisse der Schüler aus Litauen und Polen. Die 17-jährige Irena aus Polen konnte ihre Sprachkenntnisse verbessern. „Mir macht das aktive Sprechen viel mehr Spaß als das trockene Auswendiglernen in der Schule“, sagte sie. Ihre 18-jährige Freundin Kasia aus Polen schreibt für ihre Schülerzeitung einen Artikel über Deutschland.
Eine der beteiligten Lehrerinnen, Marit Berger aus Norwegen, sagte, das Comeniusprojekt trage zur Völkerverständigung bei: „Meine Schüler konnten viel über ihnen eher unbekannte Lehrer wie Polen und Litauen und deren Geschichte lernen und dadurch mit Vorurteilen aufräumen.“
Und wenn die Worte fehlten, zum Beispiel als die Schüler Zeitzeugen über ihre Erlebnisse im zweiten Weltkrieg befragten, „sprechen die Bilder“, sagte Kunstlehrerin Annet Waßmer. Sie verarbeitete entsprechende Erfahrungen deshalb bildlich. Es wurde gestickt, fotografiert, gezeichnet und collagiert. Leitmotiv hierbei war stets die Selbstreflexion und das „Sich-in-die-Vergangenheit-Einfühlen-Wollen“. Hierbei beteiligten sich auch internationale Künstler aus den jeweiligen Ländern. Nikolaus Widerberg aus Norwegen stellte beispielsweise ein Gipsmodell seines Denkmals zur Verfügung. Auch Kunstkurse der Oberstufe des Alfred-Grosser-Gymnasiums arbeiteten mit. „Wir haben uns, unter der Leitung von Kunstlehrerin Stefanie Tuschner, mit Verfolgten im Nationalsozialismus beschäftigt. Hier stickten wir zum Beispiel Bilder dieser betroffener Menschen.“
Kunst war nur eine der vielen Facetten dieses Projekts. Während der Abschlusswoche gab es zum Beispiel noch einen Filmworkshop, in dem man mit dem Smartphone eigene Kurzfilme zusammenstellen konnte; unter der Leitung von Kunstlehrerin Stefanie Tuschner wurden improvisierte Pflastersteinprägungen von den Schülern gestaltet.
Die Schülerinnen und Schüler besuchten in der Abschlusswoche auch historische Orte: Speyerer Dom, Europaparlament, Hambacher Schloss und das ehemalige Konzentrationslager Osthofen bei Worms. Auf dem Hambacher Schloss posierten die Schüler zum Beispiel in Kostümen aus der Zeit des Hambacher Festes 1832. Während es dort um Demokratie und Freiheit gegangen war, mussten die Schülerinnen und Schüler in Osthofen erfahren, dass die deutsche Geschichte auch dunkle Seiten hatte. Eine der betreuenden Lehrerinnen, Annette Kliewer, erzählte den Schülern dort, dass es in diesem sogenannten „Umerziehungslager“ als besondere Foltermethode auch Fleisch zu essen gab – und zwar Schweinefleisch für die jüdischen Häftlinge an deren Feiertagen. So sollte Neid und Streit zwischen den Häftlingen provoziert werden.

Comenius Hambach

Mit der Gegenwart der europäischen Einigung beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler bei einem Besuch im europäischen Parlament in Straßburg. Dort sagten alle, sie fühlten sich als Teil der europäischen Union und seien als junge Generation auch verantwortlich für die Zukunft der EU, so wie Louise-Adélaide Boisnard aus Dijon in Frankreich. Das Reisen und die Kommunikation, auch mit Menschen aus anderen Kulturen“ bestärkten sie darin, später einmal als Journalistin zu arbeiten. „Vor allem hatte ich hier die Möglichkeit, mal die polnische und litauische Kultur kennenzulernen“, sagte sie.
Das Comeniusprojekt
Das Projekt wurde von der Europäischen Union gefördert. Folgende Lehrer und Lehrerinnen des Gymnasiums Bad Bergzabern waren beteiligt: Annette Kliewer, Eleonore Beinghaus, Elke Neumann (die sogar bis über ihre Pensionierung hinaus mitarbeitete), Stefan Bingler, Sascha Müller, Annett Waßmer und Ralf Weiser. Sie trafen sich einmal im Monat in einer Arbeitsgemeinschaft mit 24 Schülerinnen und Schülern und investierten viel freie Zeit.

VOL, 5/15


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Comenius-Abschlussabend in der Aula des Schulzentrums


Knapp zweieinhalb Stunden präsentierten die 46 Schülerinnen und Schüler aus den fünf Nationen (Frankreich, Litauen, Norwegen, Polen und dem Gastgeberland Deutschland) auf Bühne und Leinwand der Aula des Bad Bergzaberner Schulzentrums, was sie in den vergangenen 13 Monaten gemeinsam mit ihren Lehrkräften erarbeitet hatten: ein ebenso vielfältiges wie beeindruckendes Programm.

Nach dem auf Europa einstimmenden  Prélude aus dem „Te deum“ von Marc  Antoine Charpentier – gemeinhin als Eurovisionsmelodie bekannt –  intoniert durch das Streichensemble des  Gymnasiums unter der Leitung von Bärbel Rohde, fand der stellvertretende Schulleiter, Jörg Engel, lobende Dankesworte für das nun endende Projekt „Europäische Erinnerungskulturen“ am Gymnasium Bad Bergzabern und würdigte dabei vor allem das Interesse und die Leistungen der Schüler und Schülerinnen.

Dr. Annette Kliewer, die das Projekt vor zwei Jahren am Gymnasium des Alfred Grosser Schulzentrums initiiert hatte, wies in ihrer Ansprache auf die Bedeutsamkeit der  Erinnerungskultur hin und freute sich, unter den anwesenden Schülern, Eltern, Kollegen und  interessierten Gästen auch einige der eingeladenen deutschen Zeitzeugen, wie z. B. den 92-jährigen Gustav Eck aus Dierbach, persönlich begrüßen zu können. Eine Zeitzeugin aus dem benachbarten Wissembourg habe ihr bedauernd gesagt, dass sie nicht kommen könne, aber im Herzen an diesem Abend dabei sei, ergänzte Kliewer.

Den Reigen der fünf Präsentationsblöcke eröffnete Gazali Tumenci aus Norwegen, die dem Klavier einen melancholischen Fluss von Tönen entlockte und damit zum  traurigen Thema  des Attentats von 2011 in Utøya überleitete, das mit einem Lied und Bildern erinnert und durch ein Filminterview mit einem ehemaligen Schüler der Partnerschule in Møglestu/Lillesand, der dieses selbst miterlebt hat, abgeschlossen wurde.
Einem anderen geschichtlichen Ereignis widmeten sich die SchülerInnen aus Wadovice/Polen: der Solidarnosc-Bewegung und dem damit verbundenen Umbruch im Jahr 1989. Das Abschlagen der Fesseln der Unfreiheit wurde in einer beeindruckenden Choreographie durch eine Schülerin zum Ausdruck gebracht. Der nachfolgende Film thematisierte durch einen Mix aus historischen Aufnahmen und nachgestellten Szenen ebenfalls diese Bewegung als Keimzelle der heutigen Demokratie in Polen.

Die deutschen SchülerInnen hatten ausgehend von verschiedenen Zeitzeugeninterviews zum Kriegsende selbst literarische Texte verfasst, die sie ausdrucksstark zu Gehör brachten.  „Das ging unter die Haut, ich glaube, das sollten viel mehr Menschen in Bergzabern sehen und hören“, kommentierte die Zeitzeugin Hedwig Keßler ihre Sicht auf die Darstellung ihrer persönlichen Geschichte, welche die deutschen SchülerInnen im Anschluss  in vier Filmszenen künstlerisch verarbeitet hatten.

Auch die litauischen SchülerInnen widmeten sich dem Umbruch von 1989 in einem Medley aus Musik, Tanz und Theater, hier zeigten sich die vielfältigen Begabungen dieser Schülergruppe.  Der Stolz auf die nationale Unabhängigkeit durchzog auch den Film, dem die Schülerin Emilė Paskočimaitė ihre Stimme in tadellosem Deutsch verlieh.

Mit Theaterszenen zum Schicksal der großen französischen Politikerin Simone Veil, deren Eltern bei der Deportation durch die deutschen Nazis ermordet wurden und die selbst das KZ Auschwitz überlebte, bewiesen die SchülerInnen aus Dijon/Frankreich nicht nur großes Einfühlungsvermögen in die Figuren, sondern vor allem ihr sprachlich herausragendes Können, denn diese Szenen wurden auf Deutsch gespielt. Auch im Film  wird der Umgang von Jugendlichen mit Erinnerung lebendig: „Das Medaillon“, so der Titel,  zeigt, wie ein junges Mädchen sich auf Spurensuche begibt.

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Französische Schüler aus Dijon  beim Theaterspiel, Foto: A. Waßmer

Nachdem alle beteiligten fünf Schülergruppen die europäischen Auf- und Umbrüche exemplarisch für ihr Land zur Darstellung gebracht hatten, setzte Tomas Augustas Daugvila aus Litauen  mit der Fantasie pastorale hongroise von Albert Franz Doppler einen virtuosen Schlussstrich auf der Querflöte.

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Abschluss durch Tomas Augustas Daugvila, Litauen gemeinsam mit der litauischen Schülergruppe, Foto: Lena Scheib

Viel Beifall fügte sich an für dieses überraschend anspruchsvolle Programm.

BEI, 4/15


 

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Kunstausstellung des Comenius-Projekts „Europäische Erinnerungen“ im Kreishaus SÜW eröffnet

Bei der Eröffnung am Donnerstag, den 16.April 2015 unterstrich Frau Riedmaier die Bedeutung der Erinnerungsarbeit, die 70 Jahre nach Beendigung des 2. Weltkriegs in Europa geleistet wurde. Dabei betonte sie, dass die Aufarbeitung der Geschichte auch für die junge Generation wichtig sei, denn nur wer seine Geschichte kenne, könne sich auf die gemeinsame Zukunft vorbereiten. Nach einer Begrüßung durch den Schulleiter, Herrn Philipp Gerlach, umriss Frau Dr. Annette Kliewer die Problematik des Projekts: Für die fünf Nationen sind unterschiedliche Punkte in ihrer nationalen Erinnerung wichtig: Während die Deutschen die Umbruchssituationen 1945 und 1989 thematisieren, ist für die Franzosen auch das Ende der Kolonialzeit von Bedeutung. Polen und Litauen setzen den Schwerpunkt auf die Befreiung vom Stalinismus und der russischen Fremdherrschaft. Die Norweger schließlich zeigen, dass wir im „Haus Europa“ nicht mehr unter uns sind, sondern auch die Erinnerungskulturen der Immigranten aus der ganzen Welt einbeziehen müssen und sie erinnern an das schreckliche Attentat von Utøya, bei dem 69 junge Menschen getötet wurden. Dass die Schüler des Comenius-Projekts in den vergangenen 18 Monaten zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen sind, zeigt nicht nur ihre Ausstellung, sondern das spürte man auch bei den musikalischen Beiträgen des Abends: Hier musizierten Schülerinnen aus Norwegen, Frankreich und Deutschland gemeinsam.

Die Kunstlehrerin Annet Waßmer führte in die Ausstellung ein, indem sie knapp auf Besonderheiten der vielfältigen Werke hinwies, die bis zum 5. Mai im Kreishaus zu sehen sind. Neben den Arbeiten von Schülern aus dem Comenius-Projekt aller fünf Länder sind dort auch solche von Schülern aus anderen Kunstkursen des Bergzaberner Gymnasiums zu bestaunen. Collagen zur Geschichte Deutschlands, Polens, Frankreichs, Norwegens und Litauens, die bei dem Treffen in Vilnius im Februar 2014 zusammengestellt wurden, zeigen eindrücklich, wie sich die Schüler mit der Geschichte der Partnerländer beschäftigt haben. Gipsmasken aus dem Kunst-Workshop von Frau Waßmer sind beklebt mit Erinnerungen an die persönliche Geschichte der Schüler. Stefanie Tuschner ließ ihre Schüler in gestickten Bildern ausdrücken, welche Erinnerungen Menschen wohl haben könnten, von denen sie außer Fotos und Lebensdaten nichts wissen. In großflächigen Monographien werden historisch bedeutsame Bilder von Schülern des Kunstlehrers Franz Leschinger präsentiert. Feine Zeichnungen von litauischen Schülern verweisen auf die leidvolle Geschichte ihres Landes. Die Partner aus Norwegen greifen die Diskussion um das Natur-Denkmal in Erinnerung an das Attentat von Utøya im Jahr 2011 auf, die Franzosen zeigen historische Darstellungen ihrer Stadt Dijon, die Polen schließlich reflektieren mit einem interaktiven Puzzle die gemeinsame Arbeit im Projekt.
Nach der Eröffnung der Ausstellung wurde das Thema „Erinnerungskulturen“ noch auf eine andere Weise lebendig: In einer Debatte, die im „Jugend-debattiert“ – Format durchgeführt wurde, sprachen litauische und deutsche Schülerinnen und Schüler über das Thema „Sollen politisch überkommene Denkmäler konserviert werden?“, eine Frage, die in beiden Ländern aktuell ist. Auf der Pro-Seite betonten der litauische Schüler Žygimantas Marcinkus und die deutsche Schülerin Stefanie Müller, dass Denkmäler zu der Geschichte eines Landes gehören und man diese daher nicht einfach „abreißen“ könne, ja dass nur durch die direkte Begegnung mit diesen Denkmälern auch die problematischen Seiten der Erinnerungskultur bewahrt werden können. Auf der Contra-Seite hielten die Litauerin Emilė Paskočimaitė und die Deutsche Romy Hoffart dagegen, dass dies hohe Kosten mit sich bringe und man gar nicht sicher sei, ob diese Denkmäler nicht auch von denen missbraucht werden könnten, die die alten politischen Strukturen wiederaufleben lassen möchten. Die deutsche Lehrerin Eleonore Beinghaus, die zusammen mit der litauischen Lehrerin Danute Sirkute das Thema mit den Schülern vorbereitet hatte, lobte die engagierte Debatte der vier Schüler und hob die herausragende Leistung der litauischen Schüler hervor, mussten sie doch komplexe Zusammenhänge in einer Fremdsprache entwickeln. Der Beifall der Zuschauer würdigte abschließend diese besondere Schülerleistung.

BEI, 4/15



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Nachruf für Martin Blume

 

Noch gestern
Der Frühling ist wie ein Herbst,
ein Abschiednehmen
von allem was kommt.

Hilde Domin

Martin Blume

Es war ein kurzes Kennenlernen, gefolgt von einem allzu schnellen Abschied. Trauer und Dankbarkeit durchdringen sich, wenn wir an Martin Blume denken.

Erst kurz vor seinem unerwarteten Tod hat er unsere Schule besucht, hat seinen Blick auf die Erinnerung an Auschwitz mit uns geteilt und dabei angesichts des Schreckens doch so viel Mut gemacht. Wer ihn auch nur flüchtig kannte, wie wir, staunte darüber, wie er so schnell mit seinen Bildern, aber vor allem mit seinem offenen Herzen das ansprach, was in uns Menschen ist; wie er es in der ach so kurzen Zeit schaffte, das anzurühren.

All das – seine Bilder und sein  leises Auftreten – werden wir Schüler und Lehrer des Comenius-Projektes nicht vergessen. Vor allem aber wird uns seine noble Geste, uns seine Zeit zu schenken, in Erinnerung bleiben.


Comenius – Projekt „Erinnerungskulturen“

am Alfred-Grosser-Gymnasium Bad Bergzabern

MartinBlumeComeniusFoto: © Christian Martischius
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Comenius-Treffen in Dijon

Das Wochenende verbrachten wir in unseren Gastfamilien, die für uns ein Tagesprogramm am Sonntag vorbereitet hatten. Einige Franzosen mit ihren jeweiligen Gastschülern trafen sich zum Beispiel zum Radfahren am nahegelegenen See.
 
Montags sahen wir dann zum ersten Mal all die Schüler der anderen Länder und die französischen Schüler boten uns außer Croissants auch eine sehr schöne Eröffnung mit Tänzen, Musik und Videos, die die Vorurteile über die verschiedenen Länder zeigten.

Neben einer wirklich anspruchsvollen Stadtrallye mit 50 Aufgaben, die wir in international gemischten Gruppen machten, besichtigten wir unter anderem auch das Auditorium (das ist die neue Oper) von Dijon, eine Gedenkstätte zu Ehren von Charles de Gaulle in Colombey-les-Deux-Églises, ein Verkaufsgeschäft von „Maille“, dem bekannten Senf, und eines zu den typischen Lebkuchen aus Dijon, und wir stiegen auf den Turm von „Philippe le Bon“, einem der burgundischen Herzöge, von dem aus man einen tollen Blick über die ganze Stadt hatte. In dem zweitägigen Theaterworkshop, bei dem wir in zwei international gemischte Gruppen aufgeteilt waren, arbeiteten wir am schauspielerischen Darstellen von Auszügen aus den Zeitzeugen-Interviews der verschiedenen Länder, die in einem Reader für alle vorlagen. Am Ende des Workshops stellten sich die Gruppen ihre „Theaterstücke“ gegenseitig vor, und alle waren gespannt zu sehen, was die andere Gruppe denn erarbeitet hatte.

Dijon 14

Im Großen und Ganzen war es eine Woche, die wir alle nicht so schnell vergessen werden. Jeder hat Kontakte und Freundschaften mit den Schülern der verschiedenen Länder geknüpft und vielleicht sogar schon über das nächste Treffen gesprochen, das im April in Bad Bergzabern stattfinden wird. Da wir uns alle so gut miteinander verstanden hatten, fiel uns allen der Abschied nach diesen fünf Tagen sehr schwer.
Lena Himpel (MSS 11)/KLI, 11/14

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