{"id":4237,"date":"2015-10-08T12:48:59","date_gmt":"2015-10-08T10:48:59","guid":{"rendered":"http:\/\/schulebza.de\/gymnasiumneu\/2015\/10\/08\/einsam-in-der-menschenmasse\/"},"modified":"2015-10-08T12:48:59","modified_gmt":"2015-10-08T10:48:59","slug":"einsam-in-der-menschenmasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/2015\/10\/08\/einsam-in-der-menschenmasse\/","title":{"rendered":"\u201eEinsam in der Menschenmasse&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\">Gleich zu Beginn des Martha-Saalfeld-Tages besuchten die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler das Haus, in dem Martha Saalfeld in der Zeppelinstra\u00dfe Bad Bergzabern wohnte. Heute lebt hier eine Familie mit drei Kindern, die die Sch\u00fclergruppe durch den Garten f\u00fchrte. Im Garten entdeckte Michaela B\u00f6er (Jahrgangsstufe 13) B\u00e4ume, die auch im Roman \u201ePan ging vor\u00fcber&#8220; der Schriftstellerin vorkommen. Von der Villa ging es weiter zum Stadtmuseum, wo Alfred Burckhardt und Renate Becker den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern druckgrafische Werke des Ehemanns von Martha Saalfeld &#8211; Werner vom Scheidt \u2013 zeigten.Auch das bescheidene Mobiliar, welches zuvor das Wohnzimmer der Villa in der Zeppelinstra\u00dfe ausmachte, konnten die Sch\u00fcler dort sehen: einfache Korbst\u00fchle, ein kleiner Tisch und ein allerdings pr\u00e4chtig verzierter Schrank. Die letzte Station des Rundgangs durch die Kurstadt bildete der Stein, den die Ike-und-Berthold-Roland-Stiftung zu Ehren des K\u00fcnstler-Ehepaares im Kurpark aufstellen lie\u00df. Von hier lie\u00df sich in Teilen die Pf\u00e4lzer Landschaft erahnen, die immer wieder Thema im Werk der beiden war.<\/p>\n<p><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\">So stellte eine Gruppe das Gedicht \u201eDie pf\u00e4lzische Landschaft&#8220; spielerisch dar, andere Gruppen schrieben Romanausz\u00fcge von Martha Saalfeld weiter, drei Gruppen besch\u00e4ftigten sich mit dem Leben der Bad Bergzaberner Autorin mit einem Film, einer gezeichneten Lebenslinie und einem fiktionalen Text. \u201eMan merkt, dass sie es nicht leicht hatte, aber sie hatte immer gute L\u00f6sungen&#8220;, sagte Sch\u00fclerin Marie-Claire Blum \u00fcber Martha Saalfeld. Nathalie Bolz meinte: \u201eAm beeindruckendsten an ihrem Leben fand ich, dass sie so viel durchgemacht hat, zum Beispiel, als sie mit sieben Jahren zu ihrer Oma gezogen ist.&#8220; Anna Fribiczer erkl\u00e4rte, dass \u201edie Texte uns ansprechen, weil Martha Saalfeld eben oft die pf\u00e4lzische Landschaft beschreibt, die wir jeden Tag vor Augen haben.&#8220;<\/p>\n<p><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\">Die Gruppe um Charlotte Weingarten, Felix Hundertmark und Patrick Stephan schrieb zu Martha Saalfelds Gedicht \u201eDer B\u00fcrger&#8220; eine Szene. Das Gedicht selbst wurde eindrucksvoll von Charlotte Weingarten vorgetragen, w\u00e4hrend andere Gruppenmitglieder das Gesprochene gleichzeitig szenisch darstellten. \u201eObwohl der B\u00fcrger ins Wirtshaus geht, obwohl er st\u00e4ndig unter Leuten ist, bleibt er immer einsam&#8220;, erl\u00e4uterte Charlotte. \u201eGenau wie heute \u2013 so geht es auch vielen, gerade \u00e4lteren Leuten.&#8220; Daf\u00fcr erhielt die Gruppe den 1. Preis.<\/p>\n<p><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\">Den zweiten Preis erhielten Lena Wensch, Christina Beck, Theresa Krumholz und Monja Richard, die das, was sie morgens von Alfred Burckhardt und Renate Becker in der Saalfeld-Scheidt-Gedenkst\u00e4tte erfahren hatten, in einem eigenen Text umsetzten: Vom Scheidt hatte den Pelzkragen von Martha Saalfeld dazu benutzt, einen Druck zu einem B\u00e4ren anzufertigen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4236\" style=\"display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;\" src=\"http:\/\/schulebza.de\/gymnasiumneu\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Martha_Saalfeld_Tag_15.jpg\" alt=\"Martha Saalfeld Tag 15\" width=\"640\" height=\"358\" srcset=\"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Martha_Saalfeld_Tag_15.jpg 640w, https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Martha_Saalfeld_Tag_15-300x168.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\">Die Gruppe um Anna Heideyer, Anna Fribiczer, Cassandra Matko und Lena Scheib w\u00e4hlte einen Romanauszug aus Martha Saalfelds Werk \u201ePan geht vor\u00fcber&#8220; und schrieb dazu eine Fortsetzung. \u201eDie Atmosph\u00e4re dieses Textes versucht den Sehnsuchtsdrang nach die Unbek\u00fcmmertheit und Freiheit, die auch zur Zeit Martha Saalfelds vorherrschte, einzufangen. Selbst in den verwinkelsten und dunkelsten Ecken, wie in denen eines Speichers, ist es m\u00f6glich Gl\u00fcck zu finden&#8220;, erl\u00e4uterte Lena Scheib die Textidee der Gruppe, die daf\u00fcr den 3. Preis erhielt. Die Romanprotagonistin Bettina entdeckt in der Sch\u00fclerversion das Gl\u00fcck in der Musik eines Panfl\u00f6tenspielers. Dieser sp\u00fcrt sie so intensiv nach, dass sie sich beim Tanzen auf der Stra\u00dfe ertappt.<\/p>\n<p><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\">Die drei besten Gruppen erhielten B\u00fcchergutscheine im Wert von 140 Euro, die von der Ike- und- Berthold- Roland-Stiftung gestiftet wurden. Der Projekttag wurde auf Anregung dieser Stiftung und durch die Vermittlung von Renate Becker zum ersten Mal durchgef\u00fchrt, soll aber in den folgenden Jahren zu einer festen Institution am Gymnasium im Alfred-Grosser-Schulzentrum werden. Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler werden auch eine Lesung mit einem der Preistr\u00e4ger des Martha-Saalfeld-Preises, dem Schriftsteller Markus Zerwas, am 12. Oktober im Raum A 105 des Gymnasiums besuchen.<\/p>\n<p><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\">Ziel des Martha-Saalfeld-Tages war die kreative Auseinandersetzung mit dem Leben, einigen Gedichten und Romanausz\u00fcgen von Martha Saalfeld (1898-1976). Die Schriftstellerin verbrachte die wichtigsten Jahre ihres Lebens in Bad Bergzabern &#8211; gemeinsam mit ihrem Ehemann Werner vom Scheidt, der in der 1970er-Jahren Kunstlehrer am Gymnasium in Bad Bergzabern war. Der Saalfeld-Tag sollte zum einen die ber\u00fchmte Schriftstellerin in die \u00f6ffentliche Erinnerung bringen, zum anderen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern die M\u00f6glichkeit geben, kreativ mit Literatur umzugehen.<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\">&nbsp;<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\">Martha Saalfeld<\/span><\/strong><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\"><em>(geboren 1898 in Landau, gestorben 1976 in Bad Bergzabern)<\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Sie verbrachte die wichtigsten Jahres ihres Lebens genmeinsam mit ihrem Mann Werner vom Scheidt in Bad Bergzabern. Ihr Mann war in den siebziger Jahren Kunstlehrer am heutigen Gymnasium. Martha Saalfeld wuchs ab dem siebten Lebensjahr bei ihrer Gro\u00dfmutter auf. Sie besuchte die H\u00f6here M\u00e4dchenschule, das heutige Max-Slevogt-Gymnasium, in Landau und fiel bereits dort mit ihrem dichterischen K\u00f6nnen auf. Im Ersten Weltkrieg leistete sie freiwilligen Hilfsdienst in Lazaretten. Anschlie\u00dfend studierte sie in Heidelberg Philosophie und Kunstgeschichte. 1928 heiratete sie Werner vom Scheydt. Martha Saalfeld entschied sich f\u00fcr ein Leben als Schriftstellerin, wurde aber von den Nationalsozialisten verfolgt. 1938 wurde gegen sie ein Publikationsverbot verh\u00e4ngt. 1948 zog sie nach Bad Bergzabern. Dort ver\u00f6ffentlichte sie Gedichte, Erz\u00e4hlungen und Romane und wurde u.a. durch Hermann Hesse, Stefan Zweig und Elisabeth Langg\u00e4sser gew\u00fcrdigt. Ihre Texte besch\u00e4ftigen sich mit der Natur und haben oft magisch-m\u00e4rchenhafte Motive. Sie erhielt mehrere Preise, unter anderem den Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Sch\u00f6nen K\u00fcnste (1955) und den Pfalzpreis f\u00fcr Literatur des Bezireksverbandes Pfalz (1959). Nach ihrem Tod wurde sie in ihrer Geburtsstadt Landau beigesetzt. 1994 stiftete das Land Rheinland-Pfalz den Martha-Saalfeld-F\u00f6rderpreis.<\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\"><br \/><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\"><br \/>VOL, 10\/15<br \/><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\"><br \/><\/span><\/p>\n<p><\/span><\/span><\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\">41 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aus drei Leistungskursen der Jahrgangsstufen 11 und 12 besch\u00e4ftigten sich am letzten Mittwoch im September den ganzen Vormittag lang mit den Texten und der Biographie Martha Saalfelds.<\/span><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[657],"tags":[],"class_list":["post-4237","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-657"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4237","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4237"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4237\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4237"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4237"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4237"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}