{"id":4112,"date":"2014-07-05T18:02:36","date_gmt":"2014-07-05T16:02:36","guid":{"rendered":"http:\/\/schulebza.de\/gymnasiumneu\/2014\/07\/05\/besuch-der-ausstellung-fastnacht-der-hoelle\/"},"modified":"2014-07-05T18:02:36","modified_gmt":"2014-07-05T16:02:36","slug":"besuch-der-ausstellung-fastnacht-der-hoelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/2014\/07\/05\/besuch-der-ausstellung-fastnacht-der-hoelle\/","title":{"rendered":"Besuch der Ausstellung \u201eFastnacht der H\u00f6lle\u201c"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt; line-height: 1.3em;\">Im schlicht gehaltenen Ausstellungsraum l\u00e4uft an den W\u00e4nden eine Tafel entlang, die eine Auflistung von chronologisch geordneten, kriegsrelevanten Ereignissen darstellt. <\/span><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt; line-height: 1.3em;\">Im vorderen Teil der R\u00e4umlichkeit gibt es 5 Stationen, die den Besucher so nahe wie m\u00f6glich an die damalige Realit\u00e4t heranf\u00fchren, indem sie seine Sinne ansprechen.&nbsp;<\/span><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\">W\u00e4hrend rekonstruierte Bombenger\u00e4usche f\u00fcr die Besucher eher fern wirken bringt ein auf 16\u00b0C abgek\u00fchlter Raum doch jeden zum Nachdenken &#8211; Aufgrund der Rohstoffmittelknappheit durfte nicht geheizt werden.<\/p>\n<p><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\"> Bei einer anderen Station kann \u201eMilit\u00e4rzwieback\u201c probiert werden. Dieser hat mit dem Geb\u00e4ck, das wir uns heutzutage unter Zwieback vorstellen, jedoch wenig zu tun, denn aufgrund der bereits erw\u00e4hnten Rohstoffmittelknappheit w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs, wurden beim Zwieback zuerst Zutaten wie Zucker und Milch weggelassen, andere wurden ersetzt, und so waren die beiden Hauptbestandteile des Zwiebacks letztendlich Wasser und Futtergetreide, was nicht sonderlich schmackhaft war.&nbsp;<\/p>\n<p><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\"> An einer anderen Station, wobei man eher in einer anderen Station sagen sollte, da sie Stationen von jeweils drei W\u00e4nden umgeben sind, kann man sich historische Bilder, die nachtr\u00e4glich mit einem 3D-Effekt versehen wurden, ansehen. Diese scheinen so real, dass man dazu verleitet ist, zu vergessen, dass man sie durch eine Art Brille betrachtet \u2013 sie wirken so real, dass man versucht, \u00fcber den Bildrand hinwegzuschauen.<\/p>\n<p><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\"> Ein bleibender Eindruck wird von der Geruchsstation hinterlassen. Hier gibt es zwei Beh\u00e4lter, denen man besser nicht zu nahe kommt. Der eine enth\u00e4lt ein \u201eParf\u00fcm\u201c das sich \u201eGrabduft\u201c nennt. Es riecht etwas staubig und nach vergorenem Blut. Man k\u00f6nnte sich vorstellen nach mehreren hei\u00dfen Sommertagen in der N\u00e4he von aufget\u00fcrmten Leichen zu stehen.<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\"> Im anderen Gef\u00e4\u00df befindet sich ein \u201eParf\u00fcm\u201c, das den Duft von Chlorgas nachahmt. Dieses kam in Gasbomben zum Einsatz und konnte&nbsp; zum Tod f\u00fchren.<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt; line-height: 1.3em;\"><br \/>F\u00fcr den Besucher gibt es nach dieser Einf\u00fchrung vier gro\u00dfe Ausstellungsfl\u00e4chen, die er sich ansehen kann. Die drei, die er zu diesem Zeitpunkt sehen kann, hei\u00dfen \u201eFront\u201c, \u201eEtappe\u201c und \u201eHeimat\u201c. Anhand&nbsp; von zahlreichen Ausstellungsst\u00fccken bekommt der Besucher einen einmaligen Zugang zu den damaligen Geschehnissen. An einigen Stellen kann man sich H\u00f6rmuscheln ans Ohr halten, aus denen Ausschnitte aus Zeitzeugenbefragungen erklingen.<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\"> Zu den Ausstellungsst\u00fccke in der Front-Vitrine z\u00e4hlen Gasmasken f\u00fcr Menschen und Pferde, notd\u00fcrftig gef\u00fctterte Soldatenm\u00e4ntel, Cologne-Flaschen, da die Frontsoldaten versuchten, den Gestank zu vergessen, aber auch Waffen.<\/p>\n<p><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\"> Die Situation in den Basislagern der Truppen wird von einer mit \u201eEtappe\u201c betitelten Ausstellungsfl\u00e4che eindrucksvoll dargestellt. Nicht nur ein Kasten mit umfangreichem chirurgischen Besteck macht dem Besucher klar, dass der Erste Weltkrieg, der immerhin vor 100 Jahren begann, recht modern war. Die Telekommunikation schloss in der Etappe auch Telefonie, eine damals brandneue Technik, mit ein.&nbsp; &nbsp; &nbsp;<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\"> Selbstverst\u00e4ndlich ging all dieses Geschehen nicht an den Familien in der Heimat vorbei. Kontakt wurde mit den Verwanden an der Front \u00fcber Feldpost-Briefe gehalten. Doch, wie ein Ausstellungsst\u00fcck klar macht, konnte man so auf schmerzvolle Weise vom Tod eines geliebten Menschen erfahren, indem man einen Brief abschickte, der nicht mehr zugestellt werden konnte. In diesem Fall bekam man sein Schriftst\u00fcck abgestempelt zur\u00fcckgesendet.<\/p>\n<p><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\"> In einigen Gegenden konnte man auch das Ungl\u00fcck haben, zum Beispiel eine Bombardierung am eigenen Leib mitzuerleben. Um f\u00fcr solche Situationen so gut vorbereitet wie nur irgendwie m\u00f6glich zu sein, wurde die Bev\u00f6lkerung mit Schaubildern, die auch zu den Ausstellungsst\u00fccken geh\u00f6ren, \u00fcber Gefahren bei bestimmten Verhaltensweisen gewarnt. So wurden die Menschen aufgerufen, ihre Neugierde zu unterdr\u00fccken, und somit in ihre H\u00e4user zu gehen, und dort von den Fenstern fernzubleiben.<\/p>\n<p><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\"> Der Krieg ver\u00e4nderte alle Lebensbereiche: Kunst aus Gegenst\u00e4nden von der Front stand im ein oder anderen Wohnzimmer und Fahrr\u00e4der hatten keine Gummireifen mehr. Kurzum, irgendwie war ein jeder betroffen, direkt oder indirekt.<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt; line-height: 1.3em;\"><br \/>An der Wand endet nun die Tafel, auf der die Kriegsgeschehnisse aufgelistet sind, und die vierte Vitrine beginnt. Denn am 11. November 1918 war der Krieg zwar offiziell beendet, doch seine langwierigen Folgen, die einem in der vierten Vitrine n\u00e4her gebracht werden, begannen erst zu diesem Zeitpunkt.<\/p>\n<p><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\"> Kurze Spots stellen Prothesen so dar, als ob sie einen kompletten Ersatz f\u00fcr einen im Krieg verlorenen Arm darstellen k\u00f6nnten, die Realit\u00e4t sah jedoch oft weniger sch\u00f6n aus, der Krieg hatte Millionen Soldaten zu Invaliden gemacht.<\/p>\n<p><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\"> Bevor man den Raum verl\u00e4sst, sieht man eine Projektion an der Wand \u2013 Luftaufnahmen von einer Graslandschaft. Man m\u00f6chte sich fast in dem beruhigenden Gr\u00fcn verlieren, doch Vorsicht sollte geboten sein. Die Grausamkeiten, \u00fcber die die Ausstellung so eindrucksvoll berichtet, sind geschehen, denn ohne den Ersten Weltkrieg w\u00e4re die Landschaft nur irgendeine unbedeutende. In Wirklichkeit jedoch zeigen die Aufnahmen ein ehemaliges Schlachtfeld. Nat\u00fcrlich ist im wahrsten Sinne des Wortes Gras \u00fcber das Geschehene gewachsen, doch wenn man genau schaut, kann man noch einige Bombentrichter erkennen.<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: right;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\">Xenia Y. Zimmermann, BEI 5\/14<br \/><\/span><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\"><br \/><\/span><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\">Die Sonderausstellung \u201eFastnacht der H\u00f6lle\u201c, die seit dem 4. April 2014 in Stuttgart im Haus der Geschichte besucht werden kann, hat den Ersten Weltkrieg und die Sinne zum Thema.&nbsp;<\/span><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;\">Als Teil des COMENIUS-Projektes besuchten am 10.04.2014 einige Sch\u00fcler und Lehrer des Gymnasiums im Alfred-Grosser-Schulzentrum diese Ausstellung.<br \/><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[645],"tags":[],"class_list":["post-4112","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-comenius"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4112","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4112"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4112\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4112"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4112"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4112"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}