{"id":12800,"date":"2024-02-08T14:16:07","date_gmt":"2024-02-08T13:16:07","guid":{"rendered":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/?p=12800"},"modified":"2024-02-15T16:03:21","modified_gmt":"2024-02-15T15:03:21","slug":"12800","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/2024\/02\/08\/12800\/","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"font-size: 24px;\">ALFRED GROSSER<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"font-size: 24px;\">01.02.1925 \u2013 07.02.2024<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Unser Schulnamensgeber Alfred Grosser ist verstorben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wir verneigen uns vor einem gro\u00dfen Menschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wir tragen seinen Namen mit Stolz und W\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wir bewahren sein Erbe; sein Verm\u00e4chtnis ist uns Auftrag.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/2024\/02\/08\/12800\/agros\/#main\" rel=\"attachment wp-att-12808\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-12816 size-full aligncenter\" src=\"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/agros.png\" alt=\"\" width=\"725\" height=\"561\" srcset=\"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/agros.png 725w, https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/agros-300x232.png 300w\" sizes=\"(max-width: 725px) 100vw, 725px\" \/><\/a><em>Alfred Grosser bei seinen letzten Besuchen bei uns 2016, 2017 und 2019<\/em><\/p>\n<p>Die Schulgemeinschaft des Alfred Grosser-Schulzentrums, der Alfred Grosser-Realschule Plus und des Alfred Grosser Gymnasiums ist tief traurig, ersch\u00fcttert und bewegt.<\/p>\n<p>Im Foyer des Gymnasiums liegt ein Kondolenzbuch aus.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/2024\/02\/08\/12800\/grosserneu1\/#main\" rel=\"attachment wp-att-12802\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-12814 size-full aligncenter\" src=\"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/grosserneu1.jpg\" alt=\"\" width=\"598\" height=\"705\" srcset=\"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/grosserneu1.jpg 598w, https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/grosserneu1-254x300.jpg 254w\" sizes=\"(max-width: 598px) 100vw, 598px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Alfred Grosser, geboren am 01.02.1925, starb am 07.02.2024 im 99ten Lebensjahr.<\/p>\n<p>Die Schulgemeinschaft trauert in gro\u00dfer Dankbarkeit um einen gro\u00dfartigen Menschen und Freund. Seiner Frau Anni, seinen vier S\u00f6hnen und deren Familien gilt unsere tiefe Anteilnahme.<\/p>\n<p><em>\u201eIch r\u00fchme mich \u00fcberall, wo ich kann, dass ich Namensgeber dieser Schule bin. Dass ich es geworden bin, habe ich den Sch\u00fclern zu verdanken, die jemanden wollten, der noch nicht tot ist.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Stolz spricht auf den ersten Blick aus dieser \u00c4u\u00dferung Alfred Grossers; doch auf den zweiten Blick sind es vor allem Dankbarkeit und Freude \u00fcber die vielen Begegnungen mit \u201eseinen\u201c Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern. Die Jugend lag ihm besonders am Herzen, f\u00fcr sie empfand er eine gro\u00dfe Leidenschaft, mit ihr suchte er bei jedem seiner zahlreichen Besuche in Bad Bergzabern den unmittelbaren Dialog. <em>\u201eEs d\u00fcrfen keine Erwachsenen in der ersten Reihe sitzen, das st\u00f6rt die Kommunikation\u201c<\/em>, war seine \u00dcberzeugung. Die jungen Menschen wollte er ermutigen, ihren Horizont zu erweitern, ins Ausland zu reisen und Sprachen zu lernen, sich zu engagieren, sich Ziele zu setzen und an ihnen festzuhalten. Er verstand sich als politischer P\u00e4dagoge, aber auch als Mahner, das Leiden der anderen nicht aus den Augen zu verlieren: <em>\u201eVergleicht euch mit anderen, denen es weniger gut geht!\u201c<\/em>, forderte er sein junges Publikum immer wieder auf. Gegenseitige Toleranz, Respekt und Achtung waren f\u00fcr ihn die Basis jeder menschlichen Begegnung. Dabei scheute er sich nicht, \u00f6ffentlich Kritik zu \u00fcben an Staaten und Regierenden, an Zeitgenossen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Er hielt Kritik aber auch aus, wo sie ihm entgegenschlug. Als er seinen Atheismus \u00f6ffentlich bekannte, wurde von einigen Kreistagsabgeordneten \u00a0\u00a0seine Wahl zum Namensgeber vor\u00fcbergehend in Frage gestellt. Das verstand er als <em>\u201ewahrhaft demokratischen Vorgang\u201c<\/em>. Sich deshalb gekr\u00e4nkt zur\u00fcckzuziehen, kam ihm nicht in den Sinn.<\/p>\n<p>1986 war Alfred Grosser zum ersten Mal zu Gast im Gymnasium. Zum 150. Schuljubil\u00e4um war er als Festredner eingeladen. Der in Frankfurt geborene Franzose mit deutschen Wurzeln wirkte seit Kriegsende als engagierter Vers\u00f6hner und Vermittler zwischen den beiden Nachbarv\u00f6lkern. Als solchen hatte ihn der damalige Schulleiter Dr. Klaus H\u00f6rner eingeladen. Eine Schule, die dabei war, Franz\u00f6sisch als neuen Schwerpunkt zu entwickeln, fand in ihm den idealen Festredner. Damals ahnte niemand, dass er zwanzig Jahre sp\u00e4ter Namenspatron dieser Schule werden w\u00fcrde. Denn als das namenlose Schulzentrum Ende der neunziger Jahre einen Namen suchte, erinnerte man sich nach einem sehr langen und schwierigen, letztlich erfolglosen Prozess doch noch des hoch angesehenen und vielfach ausgezeichneten Politologen, Soziologen, Germanisten und Publizisten aus Paris. Seit Mai 2006 tr\u00e4gt das Schulzentrum seinen Namen. Was zun\u00e4chst wie eine Kompromissl\u00f6sung aussah, erwies sich als gro\u00dfer Gl\u00fccksfall! Seither hat der \u00fcberzeugte Europ\u00e4er ein dutzendmal aus den verschiedensten Anl\u00e4ssen \u201eseine Schule\u201c besucht. Kontakt zu halten war ihm trotz seines hohen Alters immer wichtig. Zuletzt war er im Juni 2019 hier, beim Schulfest zum Kreisjubil\u00e4um. Damals war dem 94-J\u00e4hrigen bewusst, und er sprach es auch deutlich aus, dass es wohl <em>\u201ef\u00fcr lange Zeit\u201c<\/em> seine letzte gr\u00f6\u00dfere Reise sein w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wir verneigen uns vor einem gro\u00dfen Menschen.<\/p>\n<p>Wir tragen seinen Namen mit Stolz und W\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wir bewahren sein Erbe; sein Verm\u00e4chtnis ist uns Auftrag<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Pete Allmann,<\/p>\n<p>Rainer Ehrhardt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kurzbiografie Alfred Grosser<\/strong><\/p>\n<p>1925 \u00a0 geboren in Frankfurt am Main als Sohn eines j\u00fcdischen Kinderarztes<\/p>\n<p>1933 \u00a0 Emigration der Familie Grosser nach Frankreich,<\/p>\n<p>1934\u00a0 Tod des Vaters<\/p>\n<p>1937 \u00a0 Einb\u00fcrgerung der Familie in Frankreich<\/p>\n<p>nach 1940 Konversion zum Katholizismus und Leben unter falscher Identit\u00e4t<\/p>\n<p>Studium der Politikwissenschaft und der Germanistik<\/p>\n<p>1955 \u00a0 Lehrstuhlinhaber am Institut d\u2019\u00e9tudes politiques de Paris<\/p>\n<p>ab 1965 Mitarbeiter zahlreicher Zeitungen und Fernsehanstalten<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr seinen jahrzehntelangen Beitrag zur V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung erhielt Alfred Grosser zahlreiche Preise und Auszeichnungen (Auswahl).<\/strong><\/p>\n<p>1975 \u00a0Friedenspreis des Deutschen Buchhandels<\/p>\n<p>1975\u00a0 Gro\u00dfes Bundesverdienstkreuz<\/p>\n<p>1985 \u00a0Gro\u00dfes Bundesverdienstkreuz mit Stern<\/p>\n<p>1991 \u00a0Offizier der Ehrenlegion (Gro\u00dfoffizier 2001)<\/p>\n<p>1993 \u00a0Einrichtung des \u201eLehrstuhl Alfred Grosser\u201c (Gastprofessuren der Sciences Po in Paris und Nancy)<\/p>\n<p>1996 \u00a0Schillerpreis der Stadt Mannheim<\/p>\n<p>2003\u00a0 Gro\u00dfes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband<\/p>\n<p>2009 \u00a0Einrichtung der Alfred-Grosser-Gastprofessur an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt am Main<\/p>\n<p>2009 \u00a0Verleihung der Frank-Loeb-Gastprofessur an der Universit\u00e4t Koblenz-Landau<\/p>\n<p>2013 \u00a0Theodor-Wolff-Preis f\u00fcr sein publizistisches Lebenswerk<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Besuche Alfred Grossers, meist in Begleitung seiner Ehefrau Annie, in Bad Bergzabern<\/strong><\/p>\n<p>1986 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Festredner beim 150. Jubil\u00e4um der Wiedergr\u00fcndung 1836<\/p>\n<p>Mai 2006\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 offizielle Namensgebung im Mai<\/p>\n<p>2008\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Podiumsdiskussion und Vortrag<\/p>\n<p>2011\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Einweihung des sanierten und neugestalteten Schulgeb\u00e4udes<\/p>\n<p>Mai 2012\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Sitzung mit Franz Leschinger: Modell f\u00fcr B\u00fcste<\/p>\n<p>Februar 2013\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vorstellung und Einweihung der B\u00fcste<\/p>\n<p>2013\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gemeinsames Schulfest Realschule und Gymnasium<\/p>\n<p>Juli 2014\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Feier 50 Jahre Gymnasium<\/p>\n<p>September 2014\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Pr\u00e4sentation und Ausstellung im Rahmen des Comenius-Projekts \u201eEurop\u00e4ische Erinnerungskultur\u201c<\/p>\n<p>Mai 2016 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Amtseinf\u00fchrung des neuen Schulleiters Peter Allmann<\/p>\n<p>2017 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vorstellung seines Buches \u201eLe Mensch\u201c<\/p>\n<p>Juni 2019 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Schulfest des Alfred-Grosser-Schulzentrums und der B\u00f6h\u00e4mmer-Grundschule anl\u00e4sslich des 50. Kreisjubil\u00e4ums<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ver\u00f6ffentlichungen Alfred Grossers (Auswahl)<\/strong><\/p>\n<p>Deutschlandbilanz. Geschichte Deutschlands seit 1945, 1970<\/p>\n<p>Das B\u00fcndnis, 1981<\/p>\n<p>Versuchte Beeinflussung, 1981<\/p>\n<p>Der schmale Grat der Freiheit, 1981<\/p>\n<p>Das Deutschland im Westen, 1985<\/p>\n<p>Frankreich und seine Au\u00dfenpolitik, 1986<\/p>\n<p>Mit Deutschen streiten, 1987<\/p>\n<p>Mein Deutschland, 1993<\/p>\n<p>Deutschland in Europa, 1998<\/p>\n<p>Was ich denke, 2000<\/p>\n<p>Wie anders sind die Deutschen?, 2002<\/p>\n<p>Wie anders ist Frankreich, 2005<\/p>\n<p>Die Fr\u00fcchte ihres Baumes. Ein atheistischer Blick auf die Christen, 2005<\/p>\n<p>Der Begriff Rache ist mir v\u00f6llig fremd<\/p>\n<p>in: Martin Doerry (Hrsg.) Nirgendwo und \u00fcberall zu Haus. Gespr\u00e4che mit \u00dcberlebenden des Holocaust, M\u00fcnchen 2006<\/p>\n<p>Die Frage nach der Leitkultur<\/p>\n<p>in: Robertson-von-Trotha, Caroline Y. (Hrsg.): Kultur und Gerechtigkeit , Band 2, Baden-Baden 2007<\/p>\n<p>Von Auschwitz nach Jerusalem, 2009<\/p>\n<p>Die Freude und der Tod. Eine Lebensbilanz, 2011<\/p>\n<p>Le Mensch, 2017<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 20px;\">Wer ist eigentlich &#8230; <\/span><\/strong><strong><span style=\"font-size: 20px;\">Alfred Grosser ?<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Eine Vorstellung in Selbstaussagen<\/p>\n<p><strong><em>Eine g\u00e4ngige Vorstellung Alfred Grossers in einem seiner Werke lautet zum Beispiel so:<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Alfred Grosser wurde 1925 in Frankfurt am Main geboren und ist seit 1937 Franzose. Er lehrte bis zu seiner Emeritierung als Professor am Institut d&#8217;\u00c9tudes Politiques in Paris. Er hat zahlreiche B\u00fccher ver\u00f6ffentlicht, darunter zuletzt bei C.H.Beck <em>Wie anders sind die Deutschen? <\/em>(\u00b22002).<\/p>\n<p>Alfred Grosser ist Tr\u00e4ger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels und vieler weiterer Ehrungen und Auszeichnungen.\u201c<\/p>\n<p>* * *<\/p>\n<p><strong>Eine Vorstellung ganz besonderer Art findet sich in der Festschrift des B\u00f6rsenvereins des Deutschen Buchhandels zur Verleihung des Friedenspreises 1975. Der Vorsteher des B\u00f6rsenvereins Rolf Keller:<\/strong><\/p>\n<p>Alfred Grosser<\/p>\n<p>Berufen zum Mittler, entschlossen, f\u00fcr den<\/p>\n<p>Frieden zu wirken und zu streiten, ein Sucher<\/p>\n<p>nach der Ethik und der Wahrheit, durchdrungen<\/p>\n<p>von der Notwendigkeit des nie abrei\u00dfenden<\/p>\n<p>Dialogs zwischen Franzosen und Deutschen,<\/p>\n<p>zwischen Gl\u00e4ubigen und Ungl\u00e4ubigen, zwischen<\/p>\n<p>Europ\u00e4ern und den Menschen anderer Kontinente,<\/p>\n<p>wurde er zum \u00fcberzeugenden, unbestechlichen<\/p>\n<p>Mahner.<\/p>\n<p>* * *<\/p>\n<p><strong><em>Im Folgenden haben wir Textpassagen aus einigen seiner B\u00fccher zusammengestellt, in denen Alfred Grosser sich selbst vorstellt, seine Biographie, seine Selbsteinsch\u00e4tzung, seine \u00dcberzeugungen. <\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>1989<\/strong> Die Privilegien, derer ich mich erfreuen kann, seien nur kurz erw\u00e4hnt. Dank der Mutter, die ich hatte, dank der Frau, die ich gefunden habe, dank unserer vier S\u00f6hne und dank des in jeder Hinsicht privilegierten Berufs als Universit\u00e4tsprofessor (in einer ihrerseits privilegierten Institution) war mir ein best\u00e4ndiges Gleichgewicht gew\u00e4hrt, ohne das ich m\u00f6glicherweise andere Einstellungen h\u00e4tte und weniger gelassen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Was ich als die f\u00fcr mich gl\u00fccklichen Umst\u00e4nde bezeichnen m\u00f6chte, verdient genauere Darstellung. Mein Temperament oder, wenn man dieses Wort vorzieht, mein Charakter. W\u00e4re er anders ausgefallen, h\u00e4tten mich die Schl\u00e4ge, die ich 1933 auf einem Frankfurter Schulhof einstecken mu\u00dfte, f\u00fcr mein ganzes Leben gezeichnet: Ein achtj\u00e4hriger Junge wird ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem seine Schulkameraden ihn verpr\u00fcgelt hatten, nur weil man ihnen gesagt hat, da\u00df er als Jude nicht zu ihnen geh\u00f6re. Das Ereignis hat keine Spuren in mir hinterlassen. Und wenn ich, meiner \u00e4lteren Schwester gleich &#8211; deren kurzes Leben 1941 als Folge der Flucht vor der Wehrmacht ein Ende fand -, pessimistisch und introvertiert w\u00e4re, dann h\u00e4tte ich unter der Verpflanzung im Dezember 1933 und der Ankunft in einem unbekannten Frankreich, dessen Sprache ich nicht verstand, sicher gelitten. Von Anfang an jedoch war ich hier gl\u00fccklich &#8211; trotz des Todes meines Vaters, sechs Wochen nachdem wir uns in St. Germain en Laye niedergelassen hatten.<\/p>\n<p>Mein Temperament h\u00e4tte jedoch h\u00e4rtere Pr\u00fcfungen bestehen m\u00fcssen, w\u00e4ren die Lehrerinnen der st\u00e4dtischen Schule nicht so \u00fcberaus bewunderungsw\u00fcrdig gewesen und w\u00e4re die Eingliederung ganz allgemein nicht durch eine Vielzahl positiver Erfahrungen erleichtert worden. Da gab es zum Beispiel einen Elektriker: Er kam zu meiner Mutter und sagte: \u201eIhr Mann hat eine gro\u00dfe Rechnung zur\u00fcckgelassen [er war Kinderarzt gewesen und wollte ein Sanatorium einrichten], aber er war Kriegsveteran wie ich. Zwar nicht auf derselben Seite, aber Veteran ist Veteran. Sie bezahlen halt, wenn Sie k\u00f6nnen.\u201c Oder gar die Anf\u00fchrerin meiner W\u00f6lflingsschar bei den evangelischen Pfadfindern von St. Germain. Ich war der Anf\u00fchrer der Meute gewesen, die den Meutenwettkampf gewonnen hatte. Mir fiel deshalb die Ehre zu, beim Aufmarsch zum 11. November vor dem Totendenkmal den Totem zu tragen. \u201eAk\u00e9la, ich werde Franzose, aber ich bins noch nicht. Steht es mir wirklich zu, an der Spitze zu gehen?\u201c &#8211; &#8222;Am 11. November feiern wir nicht den Sieg, sondern den wiedergewonnenen Frieden. Ein gl\u00fccklicher Zufall also, da\u00df gerade du vorne gehst.\u201c W\u00e4re ihre Antwort anders ausgefallen, h\u00e4tte ich mich vielleicht auch anders entwickelt. Die Eingliederung war schon nahezu vollkommen, als uns am 1. Oktober 1937 ein entscheidender Gl\u00fccksumstand zuteil wurde: Durch eine Verordnung des Justizministers Vincent Auriol wurde Frau Lily Rosenthal, Witwe von Paul Grosser, und ihren beiden minderj\u00e4hrigen Kindern die franz\u00f6sische Staatsb\u00fcrgerschaft verliehen, was uns vor allem davor bewahrte, von der Regierung Daladier im September 1939 wie die anderen von Hitler verfolgten Deutschen als \u201eFeinde\u201c in franz\u00f6sische Lager interniert zu werden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Exils in St. Raphael \u2013 zun\u00e4chst sogenannte freie Zone, dann unter italienischer Besatzung \u2013 hatten wir nicht wirklich zu leiden. Der Untergrund w\u00e4re hingegen\u00a0 ganz anders gewesen, wenn ich nicht im September 1943 in Grenoble den Verbindungsmann verfehlt h\u00e4tte, der mich ins Maquis f\u00fchren sollte: Entweder w\u00e4re ich im Vercors umgekommen, oder ich h\u00e4tte mit dem Bild von einem barbarischen Massaker in der Erinnerung \u00fcberlebt. &#8230;<\/p>\n<p><strong>Alfred Grosser: Verbrechen und Erinnerung. Der Genozid im Ged\u00e4chtnis der V\u00f6lker. M\u00fcnchen (dtv) 1993. S.8f. <\/strong><\/p>\n<p><strong>* * *<\/strong><\/p>\n<p><strong>1973<\/strong> Es trifft sich nun, dass der Autor des vorliegenden Buches eben kein Spezialist der Philosophie, der Wissenschaftstheorie ist. Er ist ein Praktiker der politischen Analyse, der noch nicht einmal mit Sicherheit zu sagen wei\u00df, ob seine Forschungen wirklich auf einer Wissenschaft von der Politik beruhen. Aber Forschung und Lehre haben ihn dahin gef\u00fchrt, sich \u00fcber die angewandte Methode Gedanken zu machen und damit unweigerlich zu einer kritischen Reflexion \u00fcber die Sozialwissenschaften, deren Techniken und Ergebnisse er ben\u00fctzte, und damit letztlich zur Erkenntnistheorie. Nicht aus reiner Liebe zur Kunst, nicht aus blo\u00dfer Lust am Denken, an der Spekulation \u00fcber die sch\u00f6pferische Spekulation, sondern weil er besser verstehen wollte, was er selbst und was die anderen tun, mit dem Ziel, danach besser forschen und jungen Forschern dabei helfen zu k\u00f6nnen, leichter am kollektiven Forschungswerk der Forschung mitzuwirken.<\/p>\n<p><strong>Alfred Grosser: Politik erkl\u00e4ren. Unter welchen Voraussetzungen? Mit welchen Mitteln? Zu welchen Ergebnissen? M\u00fcnchen (Hanser) 1973. S.13<\/strong><\/p>\n<p><strong>* * *<\/strong><\/p>\n<p><strong>1975<\/strong> Wer und was ist nun soeben \u201epreisgekr\u00f6nt\u201c worden? Es muss betont werden, dass ich als Stellvertreter dastehe. Stellvertretend f\u00fcr all jene Franzosen, die nach 1945 Deutschland und den Deutschen gegen\u00fcber die warme und tatkr\u00e4ftige Vernunft haben walten lassen und somit ihre Landsleute positiv beeinflusst haben. F\u00fcr die unter ihnen, die sich durch Wort und Schrift eingesetzt haben, und noch mehr f\u00fcr die Unbekannten, die eine m\u00fchselige, zeit\u2013 und vor allem freizeitraubende Kleinarbeit vollbracht haben und noch vollbringen.<\/p>\n<p>Aber nicht <em>nur<\/em> als Stellvertreter. Ich darf annehmen, da\u00df durch die Preisverleihung ein besonderer Aspekt der Mittlerfunktion, die ich versuche auszu\u00fcben, besonders gutgehei\u00dfen wird. N\u00e4mlich mein st\u00e4ndiger Versuch, meine st\u00e4ndige Versuchung, auf die Entwicklung der Bundesrepublik etwas Einflu\u00df auszu\u00fcben, indem ich die deutschen Verh\u00e4ltnisse f\u00fcr deutsche Leser und H\u00f6rer so darstelle, wie ich sie als wohlwollend besorgter Au\u00dfenstehender sehe.<\/p>\n<p>Ich betrachte den Preis als eine Ermutigung, mich auch weiterhin in der Bundesrepublik dem Vorwurf auszusetzen, ich mische mich in fremde Angelegenheiten ein. Was hei\u00dft da \u00fcbrigens fremd? Es war doch gerade, weil wir uns f\u00fcr die deutsche Zukunft mitverantwortlich f\u00fchlten, da\u00df wir die Zusammenarbeit begannen und die gegenseitige Beeinflussung guthie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Alfred Grosser: Die Bundesrepublik, der internationale und der innere Friede. In: Alfred Grosser. Ansprachen anl\u00e4sslich der Verleihung des Friedenspreises. Bibliographie des Preistr\u00e4gers. Frankfurt am Main (B\u00f6rsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.) \u00b21975. S. 37f.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>* * *<\/strong><\/p>\n<p><strong>1980 <\/strong>Liebe Neusser Gymnasiasten!<\/p>\n<p>Es antwortet Euch ein gl\u00fccklicher Mensch, der Euch in ein paar wenigen S\u00e4tzen andeuten m\u00f6chte, wie das so mit der Freude am Leben gekommen ist.<\/p>\n<p>Meine erste \u201eErfahrung\u201c war, als kleiner Judensohn in einer Frankfurter Schule von achtj\u00e4hrigen Kameraden so verpr\u00fcgelt zu werden, da\u00df ich ins Krankenhaus mu\u00dfte. Geistige Spuren sind nicht geblieben &#8211; au\u00dfer der \u00dcberzeugung, man mu\u00df Verf\u00fchrte aufkl\u00e4ren, denn die Schuldigen sind die Verf\u00fchrer. Mit 9 kam ich nach Frankreich und habe mich schnell eingelebt, habe aber dabei nie den Kontakt zur deutschen Sprache und Kultur verloren: Man soll offen sein f\u00fcr jeden geistigen Reichtum, auch wenn im Namen eines Volkes Massenmorde vollbracht werden.<\/p>\n<p>Die grausamen Seiten der Kriegszeit haben mich zweierlei gelehrt. Als ich erfuhr, da\u00df ein Teil meiner Familie in Auschwitz umgekommen war, entdeckte ich, da\u00df ich nie eine Menschengruppe (die Deutschen) f\u00fcr kollektivschuldig halten w\u00fcrde, da\u00df ich aber nach dem Krieg f\u00fcr den Aufbau eines anderen Deutschlands mitverantwortlich sein w\u00fcrde, eben weil ich unter dem verbrecherischen gelitten hatte. Und das Gef\u00fchl der Mitverantwortlichkeit, das zum Mitwirken f\u00fchrt, ist begl\u00fcckend.<\/p>\n<p>Und dann habe ich in Marseille, nach einem Bombenangriff, so viele Leichen und verkr\u00fcppelte Menschen gesehen, da\u00df ich seitdem alle Dinge im Vergleich zum Tod und zum Elend sehe. Das Gl\u00fccklichsein erreicht man auch durch den Vergleich (oft mit schlechtem Gewissen!) mit denen, die weniger haben.<\/p>\n<p>Sich eifers\u00fcchtig mit denen zu vergleichen, die mehr haben, macht ungl\u00fccklich. \u00dcbrigens: Neid wie Ha\u00df, wie Bitterkeit bedeuten Zeitverlust. Denn es bleibt uns wenig Zeit bis zum Tode &#8211; und diese Zeit sollten wir nicht mit unn\u00fctzen Dingen vergeuden!<\/p>\n<p>In sp\u00e4teren Jahren habe ich dann viel \u00e4u\u00dferes Gl\u00fcck gehabt &#8211; im Berufsleben und im Privatleben. Meine Mutter war zugleich meine Mitarbeiterin in der deutsch-franz\u00f6sischen Arbeit bis zu ihrem Tod 1968. Ich habe 1959 eine meiner Doktorandinnen geheiratet (die Dissertation ist nie fertig geworden &#8230;), und unser Honigmond ist noch nicht beendet. Unsere vier S\u00f6hne (19, 16, 11 und 10 Jahre) bringen Freude und Sorgen (je \u00e4lter sie werden, desto mehr Sorgen &#8230;), aber das Grundelement der Freude ist bis jetzt geblieben, weil der gegenseitige Respekt zusammen mit der Liebe geblieben ist. (\u00dcbrigens, was ist Liebe? U.a. da\u00df man sich darauf freut, sp\u00e4ter zusammen alt werden zu d\u00fcrfen!)<\/p>\n<p>Ich bin mir meiner Privilegien wohl bewu\u00dft: Ich stamme aus einer privilegierten Familie, die Kultur und Selbstsicherheit zu vermitteln hatte. Ich habe einen sch\u00f6nen Beruf &#8211; und bin dabei sogar Beamter, d.h. da\u00df ich nicht arbeitslos werden kann. Ich bin gesund, und Frau und S\u00f6hne sind unversehrt. Aber es geht auch um eine Grundeinstellung (f\u00fcr die ich wenig kann: sie ist weitgehend angeboren; ich versuche aber doch, sie durch Selbstkontrolle aufrecht zu erhalten): Zufrieden sein, ohne sich zufriedenzugeben, so viel Freude wie m\u00f6glich zu empfangen und zu geben &#8230;<\/p>\n<p>So, nun macht mit dieser Predigt, was ihr wollt &#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Herzliche W\u00fcnsche f\u00fcr\u2018s Abitur<\/p>\n<p><em>Alfred Grosser<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Alfred Grosser: Mit Deutschen streiten. Aufforderungen zur Wachsamkeit. M\u00fcnchen (dtv) 1992. S.290f.<\/strong><\/p>\n<p><strong>1980 <\/strong><span style=\"font-size: 16px;\">Fragebogen zur Person<\/span><\/p>\n<p>(erschienen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 27.6.1980)<\/p>\n<p><em>Was ist f\u00fcr Sie das gr\u00f6\u00dfte Ungl\u00fcck?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Unklare Frage. Von mir bereits erlitten? F\u00fcr andere? Von mir bereits erlitten: Trotz \u00e4u\u00dferen Anscheins keines, das sich nicht auch positiv ausgewirkt h\u00e4tte.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Wo m\u00f6chten Sie leben?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Da, wo ich eben lebe &#8211; wenn ich doch die Gabe h\u00e4tte, an verschiedenen Orten gleichzeitig zu leben (vgl. die Kurzgeschichte von Marcel Aym\u00e9, Les Sabines).<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Was ist f\u00fcr Sie das vollkommene irdische Gl\u00fcck?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Frau und Kinder, Musik und Obst.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Das Draufg\u00e4ngertum, die Frechheit, die Selbstzerst\u00f6rung.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Ihre liebsten Romanhelden?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Peter und Andreas in <em>Krieg und Frieden; <\/em>Luce in <em>Jean Barois <\/em>von Roger Martin du Gard, Bischof Myriel in Victor Hugos<em> Les Mis\u00e9rables.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><em>Ihre Lieblingsgestalt in der Geschichte?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Kaiser Hadrian &#8211; wenn er wirklich so war wie ihn Marguerite Yourcenar sprechen l\u00e4\u00dft.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Die Frauen, die seit langen Jahren mit der sogenannten \u201eVierten Welt\u201c in den Slums um Paris leben und wirken.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Ihre Lieblingsheldinnen in der Dichtung?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Bei Racine, Aricie in <em>Mithridate<\/em>, bei Giraudoux, Alkmene und Isabelle (<em>In\u00adtermezzo<\/em>).<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Ihre Lieblingsmaler?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Monet, Goya.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Ihre Lieblingskomponisten?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Mozart, Schubert.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Welche Eigenschaften sch\u00e4tzen Sie bei einem Mann am meisten?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Zuverl\u00e4ssigkeit, menschliche W\u00e4rme.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Welche Eigenschaften sch\u00e4tzen Sie bei einer Frau am meisten?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Dieselben.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Ihre Lieblingstugend?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Aufgeschlossenheit.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Ihre Lieblingsbesch\u00e4ftigung?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Zu einem Publikum sprechen.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Wer oder was h\u00e4tten Sie sein m\u00f6gen?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Weltver\u00e4nderer.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Ihr Hauptcharakterzug?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Kontinuit\u00e4t.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Was sch\u00e4tzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Da\u00df sie ihr Leben auf einer ethischen Grundlage selbst gestalten. Da\u00df die Achtung, die ich f\u00fcr sie habe, die Achtung, die sie mir erweisen, mir dazu hilft, Selbstachtung zu bewahren.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Ihr gr\u00f6\u00dfter Fehler?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Einzelg\u00e4ngertum.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Ihr Traum vom Gl\u00fcck?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Warum von etwas tr\u00e4umen, das man so oft gehabt hat, hat und haben wird.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>\u00a0<\/em><em>Was w\u00e4re f\u00fcr Sie das gr\u00f6\u00dfte Ungl\u00fcck?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Der Tod meiner Frau oder eines unserer S\u00f6hne. Die geistige Verminderung durch Krankheit oder Alter.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Was m\u00f6chten Sie sein?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Ein Mensch mit weniger kritischem Geist, das hei\u00dft mit mehr Gabe zum Sch\u00f6pferischen.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Ihre Lieblingsfarbe?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\u00a0Blau.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Ihre Lieblingsblume?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Rhododendronb\u00fcsche.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Ihr Lieblingsvogel?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Die M\u00f6we.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Ihr Lieblingsschriftsteller?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Roger Martin du Gard.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Ihr Lieblingslyriker?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\u00a0Heine.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Ihre Helden in der Wirklichkeit?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Pierre Mend\u00e8s France, Pater Joseph Wreczinski (Vierte-Welt-Bewegung), Bonaparte 1801 &#8211; 1803.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Ihre Heldinnen in der Geschichte?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Jeanne d\u2018Arc, Marie Curie.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Ihre Lieblingsnamen?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Jean, Pierre, Marc, Paul &#8211; so hei\u00dfen die S\u00f6hne.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Was verabscheuen Sie am meisten?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Die intellektuellen Moden, den Standesd\u00fcnkel, das Untertanentum.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Welche geschichtlichen Gestalten verabscheuen Sie am meisten?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Bewu\u00dfte Mitl\u00e4ufer hohen Ranges zu allen Zeiten.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Welche milit\u00e4rischen Leistungen bewundern Sie am meisten?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Die deutschen und franz\u00f6sischen Sch\u00fctzengraben-Soldaten vor Verdun.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Welche Reform bewundern Sie am meisten?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Die Verk\u00fcndigung der Grundrechte und Grundfreiheiten in Amerika und Frankreich am Ende des 18. Jahrhunderts.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Welche nat\u00fcrliche Gabe m\u00f6chten Sie besitzen?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Geschicklichkeit zum Zeichnen und zum Handwerkern, musikalische Begabung.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Wie m\u00f6chten Sie sterben?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\u00a0Bewu\u00dft.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Ihre gegenw\u00e4rtige Geistesverfassung?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Heiter.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Ihr Motto?<\/em><\/p>\n<ol>\n<li>\n<blockquote><p>Immer zufrieden sein, sich nie zufriedengeben.<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li>\n<blockquote><p>Vernunft und W\u00e4rme.<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>zit.n. Alfred Grosser: Versuchte Beeinflussung. Zur Kritik und Ermunterung der Deutschen. Aufs\u00e4tze und Ansprachen 1975 &#8211; 1980. M\u00fcnchen (dtv) 1983. S.291ff.\u00a0\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>Die Texte wurden im Januar 2008 anl\u00e4sslich eines Tages der Offenen T\u00fcr der Gemeinsamen Orientierungsstufe von Realschule und Gymnasium zusammengestellt. Die zitierten Werke geh\u00f6ren zum Bestand der Schulbibliothek im Alfred-Grosser-Schulzentrum.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/?attachment_id=12803\" rel=\"attachment wp-att-12804\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-12804 size-medium\" src=\"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/lebensbild1-209x300.jpg\" alt=\"\" width=\"209\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/lebensbild1-209x300.jpg 209w, https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/lebensbild1.jpg 439w\" sizes=\"(max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/2024\/02\/08\/12800\/lebensbild-grosser-2019\/\" rel=\"attachment wp-att-12803\">DOWNLOAD: Lebensbild Alfred Grosser 2019<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ALFRED GROSSER 01.02.1925 \u2013 07.02.2024 Unser Schulnamensgeber Alfred Grosser ist verstorben. 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Alfred Grosser bei seinen letzten Besuchen bei uns 2016, 2017 und 2019 Die Schulgemeinschaft des Alfred Grosser-Schulzentrums, der Alfred Grosser-Realschule&#8230;<\/p>\n<p class=\"more-link\"><a href=\"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/2024\/02\/08\/12800\/\" class=\"\"><span>Weiterlesen<\/span><i>&#43;<\/i><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-12800","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12800","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12800"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12800\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12820,"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12800\/revisions\/12820"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12800"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12800"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schulebza.de\/gymnasium\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12800"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}